Zweibeiner "bauen" Sechsbeiner, von käferklein bis wiesengroß

Dieses Jahr hat es wieder geklappt mit einem Projekt an der Malschule der Chranachstiftung in Wittenberg. Gemeinsam mit meiner Studienfreundin Anne-Katrein, die in Erfurt schon viele Jahre aktiv mit Kindern und Jugendlichen arbeitet an der IMAGO, waren wir für 5 Tage Kursleiter für eine Gruppe syrischer Mädchen. Vor zwei Jahren war die Sprachbarriere recht hoch, so dass wir eher vorgetanzt und improvisiert haben. Dieses Jahr konnten wir uns schon gut verständigen, so war es möglich geplante Kursziele umzusetzen .





Die Zufälle von Quetschbildern, ein uraltes, aber immer wieder tolles Spiel.



Eigentlich war fast alles neu für sie, die Techniken, die Art und Weise, das Arbeiten an der Staffelei. Das Wichtigste, es hat ihnen Spaß gemacht und sie waren mit Eifer dabei.

 



Die kleinen Teile schweben alle, kann man hier leider in der Draufsicht nicht sofort sehen.




Natürlich ist solch ein Kurs weit mehr als nur das Vermitteln von bildkünstlerischen Aufgaben. Es ist ein vorsichtiges Herantasten auf beiden Seiten, eine Vielzahl von Dingen ist wichtig und es sind die kleinen Schritte, die man aufeinanderzugeht, sich vertrauen lernt und vieles mehr.

Das Thema Essen ist immer bedeutend und wichtig. Der Ramadan war dieses Jahr bereits vorüber, so dass wir gemeinsam essen konnten. Mit  Skepsis wurde das Essen beäugt, aber wir haben uns gegenseitig versucht zu erklären, wie man etwas zubereitet bzw. ißt. Und dann gibt es natürlich Speisen, die passen. Man muß es einfach versuchen. Essen ist auch immer Heimat, nicht nur Religion.

Wie schön, wenn dann auch vorsichtig neugierige Fragen kommen wie: Haben sie studiert, was und wie lange dauert so etwas? Und im Gegenzug  hört man: Bei uns sind alle Frauen zu Hause. Die Unterschiede werden schon sehr gut beobachtet.

Wir hoffen wir finden Unterstützer für das nächste Jahr, denn gern würden wir eine Woche mit deutschen und syrischen Mädchen gemeinsam arbeiten. Nur im wirklichen Neben-und Miteinander kann man sich kennen- und verstehen lernen.

Wir hatten uns vorgenommen jeden Tag ein arabischen Wort zu lernen, aber wir haben es nicht geschafft.




Hier ist mein Phantasticus Wittenbergensis, ein ganz seltenes Exemplar.


Lust und Frust mit Foto -Transfer auf Gelantine

Versprochen ist versprochen. So habe ich noch mal an einer größeren Aktion zum Journaltransfer gewerkelt mit ziemlich ernüchternen Ergebnissen. Beim ersten spontanen Versuch und nur 5 Blättern hatte ich u.a. einen eingerührten Rest Morgentau verbraucht und der war offensichtlich ideal oder der Mond war voll oder oder ???


Beim neuerlichem Versuch habe ich extrem viele Blätter  verbraucht, aber nur wenige führten zu einem befriedigen Erfolg und das lag nicht  an der Papierqualität.  Hochglanzblätter, meist die Titel oder Werbung auf stärkerem Papier in Magazinen, sind ungeeignet, da ist zuviel Lack drauf, so dass sich keine Farbe anlösen kann. Das hatte ich beim ersten Mal bereits getestet. Am besten klappt es mit gewöhnlichen Innenseiten der 0/8/15 Journale.



So sahen Journalblatt und Gelliplatte nach gemeinsamen Kontakt aus für obigen Transfer.



Vorgehensweise ist simpel:
- Gelantine-Platte dünn einwalzen
- Journalseite auflegen, einreiben, vorsichtig lösen ohne viel Wartezeit
- mit hellem Papier Transfer abnehmen
- freuen, wenn es geklappt hat

Definitiv ist es wichtig eine dünne Schicht Acryl aufzuwalzen, die trotzdem auch genügend Feuchte hat. Die Ergebnisse wurden besser, als ich ein paar Tropfen Wasser eingewalzt hatte. Vielleicht ist zur Zeit die Raumtemperatur zu hoch und alles zu trocken für so etwas? Es ist ein Balanceakt zwischen dem Anlösmaterial und Feuchtigkeit. Ist es zuviel, glibbert das Bild auf der Schicht und nichts passiert, ist es zuwenig, haften die Pigmente nicht an der Gelantineplatte.
Drei verschiedene Acryls unterschiedlicher Preisklassen habe ich benutzt. Kein erkennbarer Unterschied für den Umdruck.



Beim ersten vorsichtigen Nachsehen, war mehr Abdruck auf der Gelliplatte zu sehen, beim finalen Abziehen danach war es offensichtlich so trocken, dass ich das Gelöste wieder mit der Seite abgezogen habe. So blieb nur ein Hauch zum Abnehmen auf dem weißen Papier übrig.


Man sollte definitiv Fotos wählen mit starken Kontrasten, da ist das Erfolgsergebnis eindeutig größer. Je dunkler die Farbe, um so mehr Pigmente sind beim Druck abgelagert, deshalb die Chance höher, davon etwas zu lösen. Bilder mit zarten und hellen Tönen lohnen kaum.

 

 Hier der Versuch mit einer uralten Kopie einer Collage , wahrscheinlich Tintenstrahl. Da sieht man gut, was sich gelöst hat auf der Gelantineplatte, sogar etwas von den hellen Tönen . Nach dem Foto war es aber zu trocken zum Abnehmen und nichts haftete am Papier.

Aktuelle Kopien mit Schrift vom Laserdrucker brachten leider keine sichtbaren Ergebnisse.




Hier bin ich dann mit Strukuren über das  Transfer gegangen, welches oben pur zu sehen ist.

Es gibt also definitiv keine exakte Aussage zum 100%igen Erfolg, nur ein paar Hinweisflocken. Ideal bei dieser Methode ist der doppelte Umdruck, so dass man schlußendlich die Originalansicht bekommt und keine Spiegelung. Für Schrift eigentlich die optimale Lösung. Vielleicht versuche ich es bei feuchtem Wetter noch mal, heute werden bei uns hier 32 °C und es regnet einfach nicht.


Die Ausbeute war denkbar gering und ein paar schöne Motive sind dahin, da nun unbrauchbar.
Trotzdem bleibt es spannend, auch weil die Ergebnisse grafisch reizvoll rüberkommen.

Da Frau nahtlust  Fotografie als Sommerthema bei ihrer "Papierliebe am Montag"-Aktion hat, schicke es noch zu ihrer Sammlung.


Bunter Freitag

Mal wieder das Klavier geschmückt mit Veronika und Bartnelken. Wie die schönen Puschel heißen ,weiß ich leider nicht, aber in die hatte ich mich besonders verguckt.




 Fleißig in Perlen gearbeitet  für die Sommergalerie an der See.





Dafür nicht die diesjährige Textil-Art in Berlin besucht. Foto noch vom letzten Jahr, als sie an neuem Ort stattfand. Hoffe ich finde irgendwo einen ausführlichen Bericht beim Blogstöbern.

Es kamen so viele Nachfragen zum Transferpost, deshalb werde in der nächsten Woche noch mal die Gelliplatte bearbeiten mit Zeitschriften und dokumentieren, damit ich genauer berichten kann zum Prozedere.

Verlinkt zu Holunderblütchen

Mumi - Fliesen geritzt und per Faden

Der letzte Fliesenmittwoch, eigentlich schade, da ein so reichhaltiges Thema. Mir fiel ein, dass ich vor Jahren mal mit Grundschulkindern auf Käseplatten gedruckt hatte. Weiße und schwarze Platten komischer synthetischer Konsistenz, auf denen im Supermarkt Schnittkäse offeriert wird. Das läßt sich nämlich kinderleicht bearbeiten. Einfach schneiden, mit Bleistift oder Zahnstocher ritzen und schon kann es losgehen.


Drei kleine Motive und viele Möglichkeiten.





Das gleiche Motiv nur anders zusammengesetzt, eine komplett andere Wirkung!

 das gleiche Motiv in weiß

Und noch einmal anders versetzt und es entsteht eine komplett neue Optik, schon faszinierend.

Aus Zeiten der Fadengrafik, vor langer Zeit habe ich mal ein Büchlein dazu gemacht, gibt es noch eine Art Stempel. Auch damit lassen sich Fliesen legen, ganz textil.




Nun bin auf das neue Monatsthema der Müllerin gespannt und drehe eine Blogrunde.





Transfertechnik mit Geliplatte

Transfertichniken faszinieren mich immer, egal ob reine Monotypie, die man selbst erschaffen hat oder Umdrucke über Foto, Journaldruck oder ähnlichem.
Mit Fotos aus Zeitschruften, Acryl und einer Geliplatte lassen sich wunderbar Umdrucke realisieren.
































Man muß ein wenig experimentieren welche Drucke sich wirklich nutzen lassen, es geht nicht alles gleichermaßen gut bzw. manches verweigert sich auch einfach.
Extremer Hochglanz und Mattdrucke, die sehr natürlich daherkommen, scheinen für diese Technik offensichtlich ungeeignet, jedenfalls haben sie bei mir nur Unzureichendes bis nichts abgegeben.



Das hat eindeutig Suchtpotential , die Ahnung des Bildlichen und passt wunderbar zu Frau Nahtlust neuem Monatsthema Fotografien. 



Ich liebe diese feinen Strukturen, die man so in Fotos zaubern kann. Ungeahnte Möglichkeiten! Ob die Umdrucke auch mit Schrift gut funktionieren, möchte ich demnächst ausprobieren. Auf alle Fälle braucht es tiefe, satte Farben, um Material anzulösen aus dem Druck .



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