Mein toller Mai

Der Monat hat es gerade mal zur Hälfte geschafft und ich bin schon total glücklich mit ihm.

Wir waren für 4 Tage in Mecklenburg Wasserwandern mit Freunden, eine lange Tradition in unserem Kreis über Himmelfahrt, aber die letzten zwei Jahre war es uns nicht möglich dabei zu sein.Um so schöner, dass es dieses Jahr wieder geklappt hat.
Wer schon mal in der Gegend zwischen Fürstenberg und der Müritz war, weiß welche verwunschene Landschaft man da sehen und fühlen kann.



Am Start muß alles für 4 Tage ins Boot, vom Zelt über Verpflegung bis zur Zahnbürtse und sollte wasserdicht verpackt sein. Manchmal ein Puzzelspiel und die Boote sind danach nicht gerade leicht.

Die Seen ohne Motorbootbetrieb, es gibt auch andere, sind sehr idyllisch. Man kann Reiher, Kolbenenten, Gänsefamilien und vieles mehr beobachten. Unterwegs gibt es Möglichkeiten bei Fischräuchereien zu halten und sich zu stärken.



An Land dann möglichst flott alles auspacken, Zelt für die Nacht klar machen, ehe es dunkelt. Die Zeltplätze sind vom Wasser nicht immer gleich auszumachen, da fast immer im Wald. Eine Wasserwanderkarte sollte man schon dabei haben.
Faszinierend ist für mich immer wie schwer man Entfernungen auf Wasser schätzen kann.


Die Boote werden nachts auch schlafen gelegt und dann kann man nach Kampf mit den Mücken den Sonnenuntergang genießen.


Direkt auf dem Wasser habe ich nicht fotografiert, obwohl es so viele schöne Motive gegeben hätte, aber da man mit Spritzschutz eingepackt ist und ich den auch echt brauche, war mir das zu riskant.
Von Kratzeburg bis zur Bootabgabe haben wir 76 km auf dem Wasser zurückgelegt. Finde ich schon eine Herausforderung und man ist auch stolz, erst recht wenn man mitbekommt, dass an der ersten Umtragestelle ein Trupp junger Kerle aufgibt, weil es ihnen zu viel wurde.



Eine doofe Zecke hat auch den Weg zu mir gefunden, muß man sich Sorgen machen? Ich habe keine Ahnung. Das Foto ist von heute.

Zu Hause erwartete uns ein wunderschöner Blumenstrauß, ein Salat und Geschenke der Jüngsten.
Einfach ein  Empfang zum Genießen. Wir haben uns so gefreut!


Und Post gab es im Mai auch zum Freuen. Diesen herrlichen Piepmatz hat mir Elvira vom Atelier zum see geschickt. Ich habe mich sehr gefreut.


Von Eva kam Walzenpost  gleich in mehrfacher Ausführung. Sei herzlich bedankt! Und noch immer knobele ich, was aus den vielen Blättern werden kann. Ich möchte sie geschlossen aufheben und verarbeiten.
In der Post seht ihr noch den Maistart. Ein ganz besonderes und auch sehr ungewöhnliches Konzert in der Arena Leipzig mit Ludovico Einaudi und seinen Musikern. Das war ein Abend, den wir  so schnell nicht vergessen werden.

Prall gefüllt bis hierher und die Eindrücke werden noch lange nachklingen.


Stoffspielerei April - ein zweites Leben für Schlipse

Das allererste Mal, dass ich Schlipse woanders, als an einem Männerhals gesehen habe, war in den 90ern, als die Patchworkgilde in Dresden ausstellte. Unter den Exponaten war ein Riesenqulit, der hieß "Wo ist mein Schlips". Er war komplett aus Schlipsen, was mich damals sehr beschäftigte.
Das zweite beeindruckende Erlebnis war eine Besucherin, der TEXTIL-Art Berlin, die ein Kleid aus Krawatten trug - ein echter Hingucker!



 Für solche Großprojekte brauchte man natürlich eine Riesenmenge, die ich nicht habe. Da eigentlich aus edlem Material , in schönen Mustern und klassisch schräg geschnitten, lässt sich trotzdem damit allerhand anfangen. Zugegeben gibt es natürlich auch seltsame Exemplare!
Der Ansatz für das Thema, war eigentlich, dass man wunderbar Schrägstreifen bekommt, die man ja vielseitig einsetzen kann. Die liebe Frau Nahtlust hat mir noch 3 Schlipse gespendet, die mich dann auf eine andere Idee brachten.

Material der vier Krawatten von links : 1x Polyester, 1x Viskose und 2 x Seide - natürlich schräg geschnitten, um einen gut sitzenden Knoten zu ermöglichen und immer lose versteift, per Hand wird die letzte Mittelnaht geschlossen. Zum Verarbeiten also erstmal trennen und entkernen.


Auf einen gleich breiten Streifen geschnitten und zum Schlauch genäht, mit Kugeln befüllt und dazwischen geknotet. Durch den schrägen Fadenlauf legt sich die Seide gut an und die Knoten sind klein. Eine Schlipslänge (ci 1,40-1,50m) reicht gut für eine Kette.



Auf Tabeas Walzendruckpapier , lieben Dank, sieht sie doch grandios aus, oder ? So ein Schmuckstück ist nichts für die Ewigkeit, aber ein flott gemachtes Assecoire für Unis.


Dann flatterte mir noch ein Krawatte aus Seide zu, die sofort mein Favorit war - ein kleine Theatertasche sollte entstehen. So habe ich versucht 5 Teile zu schneiden, die annähernd passen, nicht ganz leicht bei einem durchgehend konischen Streifen. Ein wenig mit leichtem Vlies verstärkt.


Der Paspel gibt dem weichen Material Stand und etwas Gewicht, er ist mit einer Bleischnur gefüllt.



Die Seitenteile gefaltet und die Oberkanten mit Perlen benäht, um dem Detail mehr Absicht zu verleihen, statt Verlegenheit.


Einen alten Glasknopf, der die Raute noch einmal aufnimmt als Zierde. Der Druckknopf fehlt noch.






























Dieses Teil wird ein feiner Konzertbegleiter werden  und erinnert ein wenig an die 20 er . Den Knopf  habe ich zwar gemessen, aber mittig sitzt er nicht. Fällt mir erst hier auf dem Foto auf.Tzsss!

Nun bin ich gespannt, wer sich noch auf das Thema eingelassen hat. Meldet euch im Kommentar oder per Mail zwecks Verlinkung.

Tychestouch  hat ein Legespiel mit Mustern erdacht
verfuchstundzugenäht  zeigt eine Taschenserie
bei Frau  Nahtlust  ist ein tolle Mischung aus Applikation, Schrift und mehr zu bewundern
Frau machwerk zeigt ein buntes Hängerchen und ein Chenillekissen
bei 123-Nadelei gibt es eine Tasche für ein Pad
Annelies hat selber einen Schlips genäht 
bei schnittfürschnitt geht es blau und ganz dreieckig zu
mad withe blümchen zeigt wie variantenreich man knoten kann
Ute von textilwerke zeigt eine Krawatte mit Erinnerungen

die nächsten Themen:
27.5.2018: Japan  (madewithBlümchen)
24.6.2018: Rokoko (Nahtzugabe)

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Die Frühlingsnacht - ein Morgentaubericht

Die 17. KW war nun die finale Woche des Morgentaus für mich. Inzwischen hoffe ich, dass alle Briefe ihre Empfänger erreicht haben. An Stefanie kam der Brief zurück, weil einem Brief das Porto fehlte, so dass sie wohl erst gestern Post bekommen hat.
Seid herzlich bedankt für die vielen lieben Kommentare zur Frühlingsaktion, die mich  schon erreichten bzw. die ich bei Insta las.




Relativ schnell war klar, dass mir diese Farbe mit schwarz besonders gefällt, so ist die Idee der Frühlingsnacht entstanden.
Die ersten Schnitte in Moosgummi habe ich verworfen, weil die Abrollfolge nicht toll war, ich hatte den richtigen Anschluß nicht bedacht beim wilden Drauflosschneiden. Auch die mich so begeisternde gelbe Putztuchwalze kam letztendlich nicht zum Einsatz, weil sich die Farbe ungünstig festgesetzt hatte, so dass am zweiten Tag nur Mäßiges beim Walzen rauskam. So habe ich die Form neu in Mossgummi geschnitten, davon aber kein Foto mehr.



Die Grundierung der Papiere mit einem Schaumstoffroller, der ein- und zweifarbig war. Danach ein kleines Geäst in Morgentau und zum Schluß die runden Formen in Türkis.




Die besten Ergebnisse habe ich erreicht, indem ich die Druckwalze mit dem Schaumgummiroller eingefärbt habe . Mit dieser Möglichkeit reichte die Farbe gut auch über die lange Seite.




Da ich mich entscheiden konnte, ob quer oder längs, ist die Ladung nun gemischt. Längs fand ich eleganter, aber quer besser, wenn man damit zum Beispiel ein Buch beziehen möchte.





Aus den Druckversuchen entstanden Karten mit Öse . Da diese offensichtlich für höhere Teile gedacht sind, mußte unter die Öse etwas Futter, falls das jemand gewundert hat. Kennt jemand Papierösen, die auch richtig flach funktionieren ? Haben die einen anderen Namen?




Bewalzt ,beschriftet umd verschickt.

Nun bin ich im absoluten Genießerstatus angekommen und freue mich auf die Post der nächsten Wochen. Es war wieder eine aufregende und spannende Geschichte, die das Duo MM und TH ausgeheckt hatten. Vielen Dank ihr Zwei! Ich habe wieder allerhand dazu gelernt. Ganz besonders wird noch das Danach. Was fangen wir damit an ? Werden Schachteln bezogen, entstehen Bücher oder Geschenkpapiere - ich bin da noch ganz offen , möchte die Ideen natürlich geschlossen behalten, aber auch irgendwie verarbeiten.



Zu meiner Überrschung stellte ich fest, dass der schöne Hausflur, in den ich öfter gehe, doch tatsächlich in Morgentau strahlt . Diese Aktion hat einfach die Augen geputzt. Besser sehen ist toll.

Morgenkaffee

Frei nach einer alten Spruchweisheit: Der frühe Fisch fängt den Kaffee ! Die tollen Bücher, die Michaela und Tabea über den Hauptverlag vorgestellt haben, animinieren natürlich unbedingt bei der Verlosung mitzumischen.






Falls dir die Papiere, liebe Eva, bekannt vorkommen, ist das kein Zufall!

Zeitsprünge in Kostümen

Die Jahresausstellung des Studienganges Kostümgestaltung der HfBK ist für mich immer ein echter Höhepunkt im Frühling.



Mit dieser herrlichen Karte wird sie beworben.

Das Palais ist ein sehr passende Kulisse. Der Förderverein ermöglicht es und der Eintritt ist auf Spendenbasis. Man steht unmittelbar vor den Objekten, keine Scheibe behindert das Detailgucken,
Die Semesteraufgaben sind natürlich immer anders und es macht große Freude, den Ideen nachzuspüren, die die Studenten zu ihrer Umsetzung bewogen haben. Es gab z.B eine Aufgabe "Africa meets Barock" - tolle Ideen .
Die Kostüme sind meist beschriftet u.a. auch mit den Arbeitsstunden und dem eingesetzten Materialwert, so dass man eine ungefähre Ahnung von dem Pensum und Aufwand bekommt.



 und sich evtl. auch Gedanken macht, was der Aufwand wäre, als man diese Kleidung noch komplett per Hand genäht hat. Oben- Ergebnisse eines Miederkurses.


Die Vorlage hierfür war das recht bekanntes Gemälde von dem flämischen Renaissancemaler Marcus Gheeraerts the Elder (ci. 1520 -90). Unterkleidung muß für eine solche Garderobe natürlich auch gefertig werden. Satte 296,75 Arbeitsstunden!






Noch viel mehr ist zu sehen, z.B. Allraunen wie bei Harry Potter und allerlei andere Filmgestalten,
die Blaue im Wartehäuschen von der Karte natürlich auch. An einem heißen Frühlingstag ist so ein historisches Gemäuer auch eine angenehme Erfrischung.




Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...