Nadel im Heuhaufen

Es ist mal wieder Zeit für einen Beitrag - alte textile Geschichten. Damit man die Nadel nicht im Heuhaufen suchen muß, hat es neben dem Nadelkissen (hier schon mal darüber berichtet) und Nadelheft auch schon zeitig Aufbewahrungsteile für diese feinen metallenen Dinger mit Öhr gebraucht. Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich so kleine Objekte sehe, die mit so viel Sinn für Schönheit und Funktion gemacht sind. 
Es gab sie in wertigen Materialien wie Silber, Messing, Elfenbein und Perlmutt, oft mit Verziehrungen , genauso wie in schlichten Variationen aus Holz, Bast oder in der 2. Hälfte des 20. Jh. auch in Plastik. Sowohl in Museen, als auch auf dem Flohmarkt kann man solchen alten Döschen, Köchern oder wie man es auch nennen möchte, noch ab und zu begegnen.



Oft waren auch noch Fingerhüte verborgen oder es gab praktischerweise die Möglichkeit Nähgarn aufzuwickeln .

 


Hier eine ansehnliche Reihe: 2 und 3 sind österreichischer Herkunft, die übrigen Köcher aus England. Witzig, dass sie raffiniert kleine Regenschirme imitieren, aber passte wohl gut zum englischen Wetter. 
( Foto entnommen aus dem Buch "Nadel  Faden  Fingehut" 1986 )

 

Noch recht häufig zu finden ist dieser schlichte Behälter aus Holz aus der Nähschublade einer alten Tante. Er stammt aus den 20/30er Jahre des letzten Jahrhunderts.

 


Diese violette Winzigkeit ist wahrscheinlich gleich eine Verkaufsform der Nadeln selbst.  Fein gedrechseltes (?) Holz , außen noch gefärbt. Das wird schon 120 Jahre alt sein. Die Nadelstärke 4/8 und elliptics eys, Made in Germany sind auf dem Etikett vermerkt, ein Produkt für den Export. 

 


Genau wie diese interessante Dose mit perlmuttartig schimmernder Hülle und kaum noch lesbaren Zahlen. Nadeln aus Deutschland hatten einen sehr guten Ruf und gute Qualiät. Im 19. Jh. gab es einige Regionen, die viele hunderte Beschäftigte hatten als Nadler. Aachen, Iserlohn, Nürnberg, Schmetz waren Zentren.

 

 

Ehe ich hinter den Sinn der Mechanik gekommen bin, hat es ein wenig gedauert. Direkt zu öffnen geht der Zylinder nicht. Man dreht die kleine Nase auf die gewünschte Nadelstärke und dann erscheint oben ein winziges Loch, aus dem man die passende Nadel schütteln kann. Raffiniert und praktisch!

 

In den 60/70er Jahren des 20.Jh. kamen dann Nadelbehälter aus Plastik auf, oft in  Souvenirläden mit einem Bildchen der Gegend, ähnlich den Stocknägeln. Als Reiseutensil gedacht, der Verschluß ein Fingerhut und innen etwas Garn. Ein Produkt seiner Zeit. Naja, schön ist anders.

 

 
Meine Oma brachte von Reisen öfter Souvenirpüppchen mit, wahrscheinlich ein kleines Nachholen der entbehrungsreichen Kindheit. Bei einer ihrer Reisen stellte sich dann erst zu Hause heraus, dass es Nadelbehälter waren. Diese Puppen wohnen inzwischen bei mir. Der Lack hat die Farben leider stark vergilbt, so hat die Jüngste mir eine davon neu gestaltet. Sie steht nun zu meiner Freude dekorativ herum und hat keine Nadeln im Bauch.

 

Die Liebe zum Nähen und Kreativität gehen Hand in Hand. Vor einer Weile fand ich eine witzige Idee im Netz. Ein ausgedienter Lippenstift wurde mit Magnet umgebaut, was ich gleich probieren mußte. Den  Lippenstift säubern und eine kleine Magnetscheibe eingekleben - fertig ist ein schickes und praktisches Reiseutensil für Nadeln. Und die Idee mit dem Magneten ist echt sinnvoll, auch beim Umfallen bleiben die Nadeln zusammen.

Ist diese Vielfalt dieses kleinen Utensils nicht herrlich? Da schlägt ein Sammlerherz gleich höher. Habt ihr auch noch solche geerbten Behälter im Nähkästchen? Später gab es dann eher Nadelbriefe.

 


Vor geraumer Zeit erwarb ich antiquarisch dieses Buch in deutscher Übersetzung aus dem Jahre 1986 , in London 1983 erschienen. Sehr interessant so kompakt und eine Ausnahme auf dem Büchermarkt. Leider sind nur wenige Aufnahmen in Farbe, aber so war das zu der Zeit üblich.


 

 

Hyvää päivää

heißt " Guten Tag" .Finnisch kann schon so etwas wie ein Zungenbrecher sein, klinkt aber schön wie ich finde. Allerdings habe ich es nur zu wenigen Worten geschafft, aber man freute sich schon, wenn das heimische Danke kam.


Helsinki ist eine Stadt am Meer mit vielen Inseln und interessanter Achitektur aus verschiedenen Zeitaltern. Von Jugendstil über Artdeco bis zu neueren Bauten wie die Finnlandiahalle von Alvar Aalto oder die hochmoderne Bibliothek Oodi.
Schlichtheit und Design sind allerorten zu spüren und zu sehen. Das macht Spaß und ist ein Genuß. Ich habe gar nicht so viel fotografiert, weil ich mit Schauen beschäftigt war.

 


Auch Wohnviertel , hier auf der Halbinsel Kattajonakka Skatudden, sehen besonders aus.


Der  Kopfbahnhof ist ein sehenswertes Exemplar aus Granit, großzügig, hat etwas von einer trutzigen Burg und wurde 1919 eröffnet mit den 4 großen Männern am Haupteingang, die Weltkugeln tragen. 


Design, wohin man schaut und die Textilafinen unter euch ist MARIMEKKO sicher ein Begriff. Stores begegnet man da sehr häufig und ist überrascht, was man mit der Blume, die 1964 ein Erfolg wurde, inzwischen so alles angestellt hat. Sie ist raffiniert in allerei Formen und Materialien wiederzufinden und wird stolz beiderlei Geschlechts getragen. Jeans, Strickwaren, Taschen, Socken, Handtücher.....In einem Laden zu fotografieren, fand ich dann doch sehr unpassend.

Finnland wurde schon mehrfach zum glücklichsten Land der Welt gekürt!

Und Helsinki ist eine Stadt für Fußgänger, es gibt wenige Ampeln, aber Unmengen an Zebrastreifen und wirklich jeder hält, wenn man sich da nähert - selbst eine Straßenbahn. Verrückt, aber ich sah es.

Vollkommen abgekoppelt habe ich nicht mehr an Daten gedacht und so war die 12 von 12-Aktion perdu.

 

Sommer

Nach der extreme Hitzewelle dufte ich in der Ostsee schwimmen, welch ein Genuß. Ein kleiner Urlaub am Meer , das hat mir gefehlt. Himmel, Weite und Wasser, lesen - auftanken.

Auf einer neuen Seebrücke in Koserow kann man in diesen witzigen 
Muschelkörben dem Meer lauschen.

 

Einen Tag vor der Reise riefen noch Freunde an, die Brombeeren sind zu viel. Das konnte ich noch unterbringen, da muß man ja nichts schälen, entsteinen oder ä.

Das Alpha-Projekt mit Ulkaucards geht Stück für Stück voran und macht solche Lust, da wir beide an unterschiedlichen Arten der Buchstaben tüfteln. Das S ist von ihr und das T mein Produkt. Nun freue ich mich gespannt aufs U.


In der Sportgruppe hatte jemand ein Jubiläum und darf jetzt das strahlenden Gelb in den Garten Pflanzen. Es soll ein Sonnenhut sein, aber so ganz war ich nicht überzeugt.

Mehrere größere Projekte liegen noch und warten auf Fertigstellung.

12 im August

Der Reportagetag ist schon wieder dran und Frau Kännchen sammelt im Bloggerland, dankeschön!

Unglaubliche 15 Grad hat das Thermometer gezeigt heute morgen, wundervoll! Alle Fenster werden aufgerissen, damit die erfrischende Kühle hereinkommt.


Der August zeigt gerade mein Blatt von unserem Kalender - zum Thema "Ganz schön schräg! "

 

Mittwoch ist Markttag , es gibt alles was Auge und Magen erfreut.

 Die Linden werden schon gelb, eine Folge der Trockenheit.
 

Ein Geburtstagspäckchen muß auf den Weg gebracht werden.

 


Mit Freude sehe ich, dass der Baum vor der Post von seinen gigantischen Stacheln befreit worden ist. Wenn man da gestolpert wäre, hätte man arge Verletzungen davon getragen. Ich wollte immer nachforschen, was das für ein Baum ist. Nun weiß ich es - eine amerikanische Gleditschie. Wer auf die Idee gekommen ist, diesen Baum an einem Fußweg mitten in der Stadt zu pflanzen? So groß wie er ist, steht er schon recht lange.

Ich fahre zu einem Treff mit einer Kollegin in einen weit entfernten Stadtteil und für einen kurzen Moment sind die Sitze in der Straßenbahn leer.


Ich freue mich immer, wenn ich noch alte Beschriftungen von Läden und Restaurationen entdecke.
Wer hätte gedacht, das man Waren mal mit zwei a geschrieben hat .

Hier haben wir uns umgeschaut und mit Fachfrauen ausgetauscht.

 

Danach in einem hübschen neuen Kaffeehaus der Flamingo-Rösterei etwas geschlemmt. Mittag war ausgefallen.

Die frühabendliche TaiChi-Stunde im Park auf einem Rasen, den man kaum noch so nennen kann.
Das Pensum wird gestrafft, da es ein paar Kandidaten gibt, die die parzielle Sonnenfinsternis sehen möchten. 


Der Lieblingsmann hat mir einen Imbiss vorbereitet , den ich geschafft und dankbar genieße.


 


 

 

Vom Quadrat zur Tasche

Überrascht hat mich welche Begeisterung die kleine Handtasche aus dem Kalenderblatt ausgelöst hat, auch in der Schenkerrunde selbst war das so, allerdings nur bei den Frauen.

 

Da ich nicht mehr weiß, wo ich diese Anleitung sah und mir nur einen Dummy gefaltet hatte zum Nachbau, hier der Versuch es euch zu zeigen. 



 Benötigt wird also ein Quadrat beliebiger Kantenlänge, welches man von 2 Seiten  drittelt, so dass man dann 9 gleiche Felder sehen kann . Dies ist die linke, die spätere Innenseite.

 


Nächster Schritt: siehe Foto, auf der rechten Seite unten (hier zu sehen) und oben so falten, aufklappen
und das Ganze auf der linken Seite wiederholen.

 

Aufgefaltet sieht euer Blatt dann so aus.

Dreht das Blatt um 90° !

Faltet die untere "Bahn" der Drittelung nach oben ( nun sieht man das Muster)
Erst wird die Eckenspitze bis zum senkrechten Falz gefaltet und danach an der frisch entstandene Falzlinie nach oben. Das wiederholt man auf der anderen Seite.

Ich hoffe hier, dass die Bilder selbsterklärend sind. 


Dieses überstehende Dreieck wird nach innen geklappt und festgeklebt auf beiden Seiten.

Das war es auch schon.


Jetzt fehlen nur noch die Träger in beliebiger Länge. Ich habe sie hier noch auf schwarz geklebt, um einen größeren Kontrast zu haben.

 
Musterbeutelklammern gibt es inzwischen in allen Größen und Formen. Man kann auch Simple mit Nagellack aufpeppen.
 

Mit der Ahle ein Loch stechen und mit diesen Klammern befestigen.

 


Seiten aus Magazinen, Reste, Schrift - oder Farbproben - alles ergibt witzige Varianten.

Vielleicht ist es einigermaßen nachvollziehbar? 
Viel Spaß beim Probieren!


 

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