Lust und Frust mit Foto -Transfer auf Gelantine

Versprochen ist versprochen. So habe ich noch mal an einer größeren Aktion zum Journaltransfer gewerkelt mit ziemlich ernüchternen Ergebnissen. Beim ersten spontanen Versuch und nur 5 Blättern hatte ich u.a. einen eingerührten Rest Morgentau verbraucht und der war offensichtlich ideal oder der Mond war voll oder oder ???


Beim neuerlichem Versuch habe ich extrem viele Blätter  verbraucht, aber nur wenige führten zu einem befriedigen Erfolg und das lag nicht  an der Papierqualität.  Hochglanzblätter, meist die Titel oder Werbung auf stärkerem Papier in Magazinen, sind ungeeignet, da ist zuviel Lack drauf, so dass sich keine Farbe anlösen kann. Das hatte ich beim ersten Mal bereits getestet. Am besten klappt es mit gewöhnlichen Innenseiten der 0/8/15 Journale.



So sahen Journalblatt und Gelliplatte nach gemeinsamen Kontakt aus für obigen Transfer.



Vorgehensweise ist simpel:
- Gelantine-Platte dünn einwalzen
- Journalseite auflegen, einreiben, vorsichtig lösen ohne viel Wartezeit
- mit hellem Papier Transfer abnehmen
- freuen, wenn es geklappt hat

Definitiv ist es wichtig eine dünne Schicht Acryl aufzuwalzen, die trotzdem auch genügend Feuchte hat. Die Ergebnisse wurden besser, als ich ein paar Tropfen Wasser eingewalzt hatte. Vielleicht ist zur Zeit die Raumtemperatur zu hoch und alles zu trocken für so etwas? Es ist ein Balanceakt zwischen dem Anlösmaterial und Feuchtigkeit. Ist es zuviel, glibbert das Bild auf der Schicht und nichts passiert, ist es zuwenig, haften die Pigmente nicht an der Gelantineplatte.
Drei verschiedene Acryls unterschiedlicher Preisklassen habe ich benutzt. Kein erkennbarer Unterschied für den Umdruck.



Beim ersten vorsichtigen Nachsehen, war mehr Abdruck auf der Gelliplatte zu sehen, beim finalen Abziehen danach war es offensichtlich so trocken, dass ich das Gelöste wieder mit der Seite abgezogen habe. So blieb nur ein Hauch zum Abnehmen auf dem weißen Papier übrig.


Man sollte definitiv Fotos wählen mit starken Kontrasten, da ist das Erfolgsergebnis eindeutig größer. Je dunkler die Farbe, um so mehr Pigmente sind beim Druck abgelagert, deshalb die Chance höher, davon etwas zu lösen. Bilder mit zarten und hellen Tönen lohnen kaum.

 

 Hier der Versuch mit einer uralten Kopie einer Collage , wahrscheinlich Tintenstrahl. Da sieht man gut, was sich gelöst hat auf der Gelantineplatte, sogar etwas von den hellen Tönen . Nach dem Foto war es aber zu trocken zum Abnehmen und nichts haftete am Papier.

Aktuelle Kopien mit Schrift vom Laserdrucker brachten leider keine sichtbaren Ergebnisse.




Hier bin ich dann mit Strukuren über das  Transfer gegangen, welches oben pur zu sehen ist.

Es gibt also definitiv keine exakte Aussage zum 100%igen Erfolg, nur ein paar Hinweisflocken. Ideal bei dieser Methode ist der doppelte Umdruck, so dass man schlußendlich die Originalansicht bekommt und keine Spiegelung. Für Schrift eigentlich die optimale Lösung. Vielleicht versuche ich es bei feuchtem Wetter noch mal, heute werden bei uns hier 32 °C und es regnet einfach nicht.


Die Ausbeute war denkbar gering und ein paar schöne Motive sind dahin, da nun unbrauchbar.
Trotzdem bleibt es spannend, auch weil die Ergebnisse grafisch reizvoll rüberkommen.

Da Frau nahtlust  Fotografie als Sommerthema bei ihrer "Papierliebe am Montag"-Aktion hat, schicke es noch zu ihrer Sammlung.


Kommentare:

  1. Ach, das ist ja sehr interessant zu lesen, liebe Karen. Vielen lieben Dank für die Zusammenstellung. Ich denke, es geht nichts über das Probieren und Weiterprobieren! Das sieht auf jeden Fall nach etwas aus, an dem ich mich auch mal versuchen möchte. Vielleicht kann man auch so einen feinen Abdruck irgendwie und irgendwo gut gebrauchen.
    Danke dir für die Zusammenstellung!
    LG. Susanne

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    1. Das Verlinken zu deinem Sommerthema habe ich doch glatt vergessen, hole ich gleich nach.

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  2. Danke für deine Mühe, die ganze Technik nochmal ausführlich zu dokumentieren! Scheint doch einiges an Fingerspitzengefühl zu brauchen. Das werde ich bestimmt mal ausprobieren, aber dann warte ich gleich mal lieber auf den kühlen und nassen Herbst. LG Christiane

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  3. Interessant! Ich habe mich dieses Mal wieder für die Sommerpost angemeldet und schwenke gerade langsam um von Stoff auf Papier... da sind alle Anregungen willkommen...

    Herzliche Grüße!

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    1. Für Collagen auf alle Fälle super.Bin gespannt, ob du es nutzen wirst. Ich bin dieses mal nicht dabei.

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  4. So schade, liebe Karen, ich dachte, ihr hättet einen sicheren Weg gefunden. Aber es ähnelt wohl doch meinen Versuchen: https://all-taeglich.blogspot.com/2015/08/gelli-druck-lust-und-frust.html
    Liebe Grüße - und nee, wir geben nicht auf, gelle :)
    Moni

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    1. Deinen Post mit den Schriftversuchen kannte ich noch nicht, aber es liest sich ähnlich und wenn man nicht scriptoral unterwegs ist, möchte man den Text lesbar haben.
      Wir experimntieren immer weiter!

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  5. Ich habe mich auch schon in dieser Technik versucht und leider kaum schöne Ergebnisse erzielt. Ist wirklich nicht einfach das richtige Zeitungsblatt zu erwischen.
    LG
    Alexandra

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    1. Die Wahl des Blattes war bei mir nicht das Problem , denn die einfachen Innenseiten funktionieren wirlich gut.

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  6. Oh, das ist ja wirklich frustig, so viele Papiere hast du versucht, und so wenig zufriedenstellende Drucke! Aber bei dieser Technik mit Gelliplatte werden die Abklatsche ja nie so ganz klar, was mir ja gerade gut daran gefällt. Aber du wirst wohl richtig liegen mit der Vermutung, dass die hohen Temperaturen auch ihren Anteil am viel zu schnellen Trocknen der Acrylfarben haben... morgen wollte ich es endlich auch mal versuchen, meine neuen Platten warten schon auf 'Entjungferung'. ...aber es soll ja wieder so heiß werden.
    Liebe Grüße Ulrike

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  7. ....das liest sich alles eigentlich ganz einfach - ich hab´s noch nie probiert - deine Ergebnisse finde ich ganz toll gelungen!!
    Schönen Gruß,
    Luis

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