Von Lust und Frust - von Wellen zu Blubberfischen


Welch tolle Idee, dachte ich sofort zur Frühlingsaktion von Tabea und Michaela, Druck und Stoff zu verbinden. Da wollte ich unbedingt mitmischen und hatte auch mit Wellen schon so eine wachsende Idee im Kopf. Möglichst sollte alles aus dem Fundus herhalten für diese Aktion. Den entscheidenen Kick gab auch, dass Michaela bereits mit Freezerpapaier gesiebdruckt hatte und das war vorhanden. Als Schablone mit Pinsel hat es hier schon öfter gute Dienste geleistet auf Stoff.



Ein alter Tüllunterrock eines Tochterkleides wurde als Sieb genutzt und straff getackert.
Einen ziemlich langen Abend habe ich an einem kompletten Rapport gearbeitet, der also in allen Richtungen funktioniert.Das war der große Plan.


Gezeichnet war der dann auch ganz schön, wurde geschnitten und dann...Grau ist alle Theorie!!! Als das
Freezerpapier geschnitten war, fiel mir auf (ziemlich zeitig!), dass ich ja nass arbeiten werde, also gar nicht sofort am Ansatz weiterdrucken könnte. Na toll! Mustersatz am Bildprogramm ist doch etwas trockner.



Und dann ging rein gar nichts wie ich es mir vorgestellt hatte. Um echt Farbe auf den Stoff zu bekommen, mußte ich richtig viel nehmen, es gab keine exakten Ränder. Nach drei Proben war die Farbe schon fast alle. Die Feuchtigkeit ließ das Papier rasant schnell ausdehnen, so dass es sich löste und alles unter die Kontur lief. Oder lag es am Tüll? Zu grobmaschig, zu locker? Also doch ein echtes Sieb gekauft, die Wellen komplett neu geschnitten - das Ergebnis blieb, leider! Das Papier wurde viel zu schnell feucht und verzog sich. Ich war alles andere als beglückt. Auch einen Roller statt Rakel ausprobiert, vielleicht ein wenig besser.

 
Dann dachte ich es liegt an der Länge der Wellen und habe einen Fisch geschnitten, aber nach drei Fischen...
In euren Beiträgen hoffend nachgelesen , es gibt schon so tolle Fischdruckberichte und nach meinen Fehlern gesucht.



Vielleicht ist es der Untergrund? Die Wellen verworfen, ein neues Motiv entworfen, einen gepolsterten Untergrund geschaffen. Ein wenig besser wurde es, aber nicht so wie erhofft. Selbst bei den Kugelfischen schlug mein Papier Blasen, die ich dann aufschnitt und zuklebte. Und wenn schon wenig klappt, dann greift man mit Farbfingern nach dem Stoff oder das Sieb rutscht weg. Ein Partner wäre ideal gewesen. Ich habe keine Ahnung wo ich was verbessern kann - Farbsorte, Rakeldruck, Verzögerer, anderes Papier ?




Die Blasen sind nun nur gestempelt und die Wellen darüber habe ich mich nicht mal mehr getraut. Ich mußte und wollte fertig werden und konnte nicht noch mehr Risiko gebrauchen. Zwischenzeitlich dachte ich sogar ans komplette Aufgeben.
Ich kann nur den Hut ziehen vor euren tollen Arbieten und muß sagen auch das ist ein Handwerk, wo es wohl viel Erfahrung und Übung braucht, die mir eindeutig fehlen.Von dem ersten Wellenversuch habe ich die schönsten dazugelegt, soweit sie gereicht haben. Ich habe mein bestens gegeben, aber zufrieden bin ich nicht.
Ich war gestern ganz erschrocken über die vielen Kommentare und befürchte, dass ihr beim Auspacken arg enttäuscht seid.



























Durchgedrückter Unterdgrund, als ich vergass Papier zwischen zu legen, den finde ich richtig gut, aber ist eben das Gegenteil von exaktem Siebdruck.
 
 Aus den Papierproben sind Fischkarten entstanden , die zu jedem Stöffchen mitgeschwommen sind.

Seit herzlich bedankt für alles was hier so schön und liebevoll verpackt angekommen ist. Ich  habe mich sehr gefreut und bin jetzt noch weit mehr voller Bewunderung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Kommentare:

buntistschön hat gesagt…

Liebe Karen, Deine Fische sind schon angekommen und ich konnte nicht widerstehen und habe den tollen Umschlag schon geöffnet, denn Claras Post ist ja noch nicht da, und so tausche ich einfach Woche 6 mit Woche 5 :)
Das Problem mit dem Aufweichen hatte ich tatsächlich auch und hab's auf meine Farbe geschoben, denn ich habe keine Siebdruckfarbe, sondern normale Stofffarbe benutzt, die ich sonst auch zum Stempeldruck verwende und von der ich vermute, dass sie dünner ist als Siebdruckfarbe. Außerdem schien mir mein Stoff auch sehr großporig. Echtes Siebdruckgewebe ist wahrscheinlich feiner und es fließt nicht so viel Farbe hindurch! Wenn Du genauer schaust sind meine Fischlein auch nicht überall so sauber gedruckt aber im Schwarm fällt es nicht so auf.
So meine leienhaften Erklärungsversuche ;)
Trotzdem ist Dein Stoff doch sehr gelungen. Auch der Wellendruck gefällt mir sehr. Man ist ja immer kritisch mit sich selbst aber das brauchst Du wirklich nicht! Danke dafür und liebe Grüße, von Annette

Lucy in the Sky hat gesagt…

Oh je, das war ja eine Odyssee! Beim Stoffdruckkurs war natürlich alles für uns vorbereitet und vorher getestet und das ganze also eine sichere Sache. Ich habe ja keine Ahnung und kann nur vermuten, aber da du ja auch ein gekauftes Sieb ausprobiert hast, denke ich, dass es am Sieb schon mal nicht liegen kann.

Das geschnittene Papier hat sich bei uns nicht so gewellt und ausgedehnt wie auf deinem Foto. Kristina hatte etwas "besseres" Schreibmaschinenpapier mit 90g/qm bereitgestellt, weil das etwas haltbarer ist, eine Palmwedel-Farbe habe ich aber mit einer Schablone aus ganz normalem, billigen, einseitig schon bedruckten Papier gedruckt, das ich als Schmierpapier zum Abdecken mitgenommen hatte. Das Papier hat sich ganz gleichmäßig ausgedehnt und haftete plan auf dem Sieb. Ich habe mich beim Drucken nicht mal besonders beeilt und hätte mit einer Schablone jeweils noch viel mehr Motive drucken können. Ich würde daher vermuten, dass es an der Farbe liegen könnte. Die Siebdruckfarbe von Deka hat eine pastenartige Konsistenz, ungefähr so wie Senf. Sie fließt überhaupt nicht, man musste sie vom Löffel schütteln. War deine Farbe flüssiger? Mir kam es auch so vor, dass man ziemlich viel Farbe braucht, aber wenn alles gut läuft, dann sind die Drucke ja auch sehr satt, viel kräftiger als Gestempeltes.

Wie schade, dass es nicht ganz so gelaufen ist, wie du das geplant hast. Ich finde deine Fische sind aber trotzdem sehr schön geworden, du hast das beste daraus gemacht! Aber wer hätte gedacht, dass die Tücke so im Detail liegt bei dieser Technik.

viel-krempel hat gesagt…

Zum GLÜK bin ich nicht die einzige, die Schwierigkeiten im Siebdruckmetier hatte...ich war dann auch sooo froh, als ich den Meter Stoff bedruckt hatte, dass ich alles genauso gelassen habe und auf jegliche "Verschönerung" verzichtet habe...
Annette

Zwischendurch hat gesagt…

Liebe Karen, ganz entzückende Blubberfische! Ich habe sie gleich ins Herz geschlossen. Ich habe nicht auf die Liste geschaut und einfach den Brief geöffnet, in der Annahme, es sei 'deine' Woche. Und da du nun auch schon deine 'Siebdruckreise' beschrieben hast, kann ich dir gleich ein dickes Lob für's Durchhalten schicken! Ein herzenswarmes Paket hast du da geschnürt!
Die ungewollten Wellen im Freezerpaper hatte ich ja auch, wenn ich große Flächen stehen gelassen habe. Beim Enddruck waren meine Flächen dann kleiner. Und ich habe von vornherein mit Ungenauigkeiten gearbeitet. Soviel zum Thema 'perfekter Druck'.
Deine Fischchen passen prima in unsere Reihe und mein Geist tüftelt schon eine schöne Verwendung aus. Danke dafür und liebe Grüße von Elvira

Christine Wenger hat gesagt…

Hallo Karen,
dein Bericht ist herrlich (bitte entschuldige diese Formulierung), er hätte auch von mir sein können! Ich hatte auch so meine vielfältigen Probleme und kann alles alles nachvollziehen, was du da schreibst. Wobei meine Schwierigkeiten eher selbst gemacht und nicht vom Material verursacht wurden. Der Post ist schon fertig, er kommt am Ende der Woche, wenn meine leicht kränkelnden Tierchen bei allen aus meiner Gruppe angekommen sind.
Ich finde deinen Stoff übrigens sehr schön! Und denke, es lag daran, dass die Farbe zu flüssig war (irgendjemand schrieb, wie wichtig Verdicker beim Siebdrucken ist).
Liebe Grüße und danke für die ausführlichen Beschreibungen :-)
Christine

lisa kötter hat gesagt…

Liebe Karen, auch soeben ausgepackt, hab ich meine Freude an Deinen Ballonblubberfischen, die sich zwischen den freundlichen hellblauen Blasen tummeln. Und der Augenmundfisch ist überhaupt ganz wunderbar, ebenso der Einzelkämpfer mit Lockenflosse. Lieben Dank Dir!
So haben wir beide arg gekämpft mit der Materie, und doch etwas hinbekommen, was gefällt und seinen Platz im fischigen Reigen finden wird. Ich habe nicht mit Freezerpapier gearbeitet, sondern mit selbstklebender Folie, von der ich mal eine dicke Rolle beim Trödler ergattert hatte. Ich fand das sehr klug, weil ich mir dachte, so kann ich immer schauen, was darunter ist. Weit gefehlt, denn an der Folie und am Sieb blieb mehr Farbe hängen, als gedacht. So habe ich mehr blind als sehend gedruckt...
Ach bestimmt kann man all das besser machen und irgendwann den perfekten Siebdruck hinkriegen. Aber nicht jede r muss jede Technik lieben. Und so lass uns stolz sein auf unseren ersten Siebstoffdruck. Egal ob es auch der letzte war.
Lieben Lisagruß!

Müllerin Art hat gesagt…

Ach Karen, so schön war es heute mittag im Sonnenschein auf der Terasse deinen wunderschönen Umschlag zu öffnen, hab tausend Dank und gräm dich nicht! Von deinem Frust habe ich erst hinterher gelesen. Das passgenaue Drucken mit Schablonen können wir alle abharken, das geht einfach nicht, wenn man blind druckt. Aber die Schablonen, egal ob aus einfachem Kopierpapier, Wachspapier oder Freezerpaper haben bei mir immer lange durchgehalten. Ich konnte sie teilweise sogar retten, um später wieder damit zu drucken. Wie einige hier schon vermuten, muss die Farbe zu flüssig gewesen sein. Irgendwie ist diese Experimentierreise ja genau das, was wir mit so einer Aktion bezwecken. Vielleicht packt es dich ja doch nochmal und du versuchst es mit anderen Farben? Ich mag deine lustigen Fischchen und mein perfektes Stückchen Wellenstoff, das ich jetzt ganz besonders in Ehren halten, so wertvoll ist es. Lieben Dank und ganz herzliche Grüße
Michaela

kaze hat gesagt…

Ich danke euch sehr für die tröstenden Worte und feue mich, wenn es denn ein wenig gefällt. Irgendnann versuche ich es nochmal, aber erst muß es eine Weile ruhen.

frau nahtlust hat gesagt…

Puh, ich komme gerade von der letzten Runde Siebdruck und kann verstehen, was du meinst. Ich hatte zwar mit der Farbe nicht die Schwierigkeiten, aber fand mein Muster völlig fad auf dem Stoff. Deshalb hat er jetzt auch rund 2 Wochen geruht, bis ich mich durchringen konnte, mit den bedruckten weiterzumachen und nicht direkt neu anzufangen. Nun denn. Nun trocknen die Stücke, und ich bin gespannt, ob ich sie morgen noch vollends fixieren und postbereit machen mag oder ob ich dann doch nochmals komplett neu anfange. Aber so bleiben wir ja am Experimentieren...
Der Stoff sieht bei dir jedenfalls trotz deiner Bedenken gut aus. Und sehe ich das richtig, dass du drei verschiedene Motive gewählt bzw. versucht hast? Hut ab!
LG. Susanne

kaze hat gesagt…

@ susanne

Ja, es waren dann drei verschiedene Motive, weil ich irgendwie nicht rausbekam woran es haperte.

123-Nadelei hat gesagt…

Liebe Karen, so ist es mitunter: In den Gedanken ist die Idee perfekt aber erst der Versuch macht klug.
Siebdruckarbeiten bewundere ich oft, Dein Muster ist sehr schön und das letzte Experiment vielversprechend, bestimmt wird es mit Geduld und Übung demnächst klappen.
Für Bilder mit Textilfarbe auf Kleidungsstücke (Reverse Applikation) habe ich gerade Schablonen geschnitten bei denen ich schweres, mit Motiv bedrucktes Papier mit Möbelfolie verstärkt habe. Die Schablone fixiere ich mit Stecknadeln und male unverdünnte Marabu-Farbe mit einem breiten kurzborstigen Pinsel durch die Öffnungen. Die Schablone drücke ich dort an. Gelegentlich nehme ich stellenweise eine andere oder zusätzliche Farbe. Die Schablone kann ich mehrfach verwenden und der Farbverbrauch hält sich in Grenzen = für Einzel-Aktionen recht effektiv.
Manchmal frage ich mich, wie hilfreich eine Cutter-Maschine für Schablonen ist.
LG Ute

Katrin Klink hat gesagt…

Liebe Karen,
wie beruhigend, dass Du auch gekämpft hast - und dann ist ein so wunderbares Päckchen dabei rausgekommen! Vielen, vielen Dank, ich habe mich riesig gefreut und werde mich demnächst auch ans Päckchenpacken machen.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Katrin

Kristina Schaper hat gesagt…

Liebe Karen,

Du hast dich durchgekämpft und das ist super! Ich möchte mich den anderen anschließen mit der Vermutung, dass die Farbe wohl nicht so gut geeignet war weil zu dünn. Das in Kombination mit extrem grobmaschigem Tüll haut offensichtlich nicht so gut hin. Nächste Woche schicke ich meine Stoffe los und ich habe auch zwischendurch ordentlich geflucht, weil das mit meinem tollen Rapport und dem Belichten des Siebes nicht so hingehauen hat, wie ich mir das dachte…also, die Grenzen des Low Tech Siebdruck habe ich voll ausgetestet :)
Ich würde mich freuen, wenn Du dem Siebdruck noch eine Chance geben möchtest- vielleicht mit Dekaprint und Lasercopypapier? Wenn es funktioniert, isses nämlich echt cool!

Viele Grüße

Kristina

jahreszeitenbriefe hat gesagt…

Oh, was für eine Geschichte....... Dabei habe ich gerade bei Lisa geschrieben, dass ich deine Fischchen zum Knuddeln finde (und das will bei mir als Fischeiweiß-Allergikerin was heißen...). Ich fühle mit dir und finde es so toll, wie du dich durchgekämpft hast. Liebe Grüße Ghislana

Tabea Heinicker hat gesagt…

an deinen motiven hat es sicher nicht gelegen. die wellen sind eine schöne idee. würde ich echt noch mal versuchen.

ich war mit meinem freezer papier auch nicht so zufrieden. verwendet habe ich dekaprintfarben. die waren tatsächlich recht pastos. allerdings fand ich die flasche mit den trocknungsverzögerer unhandlich. eine komische öffnung mit der man nicht besonders gut justieren konnte. so ist mir einmal die farbe zu flüssig geraten, weil zu viel verzögerer rein gekommen ist. danach hat die freezer folie auch sehr gewellt und die farbe ist in die ritzen gelaufen. auf dem druck ist sie dann seltsam ausgeblutet. zum mäusemelken. sowas ist frustrierend. farbandicker hatte ich nicht. wollte es nicht übertreiben mit den anschaffungen.

verwendet habe ich ein aussortiertes professionelles sieb. ich vermute, diese siebe sind perfekt entwickelt dür den siebdruck. ich hatte auch nicht so die probleme, dass ich wegen der farbe auf dem sieb, den grund nicht mehr sehen konnte. wahrscheinlich sammelt sich nach dem abrakeln einfach nicht so viel farbe im gewebe an. allerdings sagt man ja, man soll das sieb geflutet lassen, damit das sieb nicht zusetzt. das habe ich nicht gemacht. manchmal auch aus farbmangel.

meine versuche mit dem stickrahmen waren auch nicht die welle. das gewebe lies sich damit nicht ausreichend spannen und auch hier lief die farbe beim drucken aus. allerdings hat es mit einem anderen stickrahmen dann besser geklappt.

besonders beim ersten mal fluten geht viel farbe drauf. bei so großen flächen, lohnt es sich einen noch größeren farbbottich zu kaufen. besonders von der lieblingsfarbe ;o)

zum rakeln habe ich eine teigkarte verwendet. ich habe zwar zwar auch einen echten rakel, aber mit dem war ich unzufrieden weil er punktuell unterschiedlich viel druck ausgeübt hat und so nicht gleimäßig gedruckt wurde.

ich werde dran bleiben! nicht entmutigen lassen.

die tabea grüßt

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