Stoffspielerei SonnenDruck

Zum Thema Druck zur monatlichen Stoffspielerei, die Frau Machwerk sammelt und auch dasThema ausrief, wollte ich unbedingt meinen Gewinn (Hurra, hurra!) von der Textil-Art in Berlin probieren. Die Glücksfee hatte mir ein Sonnendruckset beschert, von dem ich bis dato noch nix gehört hatte. Die nette Finnin am Stand, hat mir das alles auch liebevoll erklärt, aber wie bei handwerklichen Dingen grundsätzlich, gehört viel Übung und allerhand Versuche dazu, um gute Ergenbisse zu erzielen.

Ein Manko war, dass wir letzte Woche so gut wie keine Sonne hatten, was etwas schlecht kommt bei einer Technik, die damit erst wächst.


Auf vorher mit der gefärbten Emulsion eingestrichenem Stoff habe ich  gepresste Blätter gelegt und diese Lage trocknen lassen. Glücklicherweise soll das in der Sonne passieren, Licht an sich kommt auch schon gut.
Ich habe nur blaue und gelbe Pigmente benutzt, die in die Sonnemlich gerührt werden. Die Minidosis ist extrem intensiv gewesen, was ich sehr überraschend fand.
Nach Lichteinstrahlung verschwindet die Farbe unter dem aufgelegten Gegenstand bzw. Blatt und der Rest bleibt. Wie das chemisch/ physikalisch abläuft, bin ich überfragt.Ein klassischer  Reservierungsdruck ist es ja nicht, da der Stoff vorher komplett eingetrichen wird .



Gern hätte ich eigene grafische Formen genommen und hatte schon Folie geschnitten, aber beim Auflegen fiel mir dann auf, die ist ja durchsichtig, kann also gar nicht funktionieren. Schade, jetzt muß ich mal nach schwarzer fester Folie Aussschau halten. Papier geht nicht, das es sich vollsaugt.
Als Variation habe ich auch Muscheln versucht, aber die Begrenzungen waren zu diffuss, so dass nur helle Flecken entstanden sind.

Als Alternative hab ich Mossgummireste genommen, aber da ohne Sonne, ist der Effekt nicht scharfkantig geworden (darauf schiebe ich es jetzt mal ).



Das Ganze wird nach dem Sonnentrocknungsprozess im Backofen oder unterm Bügeleisen fixiert und ist waschbar.Die Pigmente sind so stark, dass selbst der Gummihandschuh sofort verfärbte, also achtsames Arbeiten ist ratsam. Die Prozedur, sollte man man auch unbedingt mit viel Frischluft abhalten .



Da probiere ich sicher noch mal ausgiebiger, aber man braucht viele Proben, wenn man schon etwas Vorgedachtes errreichen will. Dem Zufall und der Willkür muß man Raum geben. Es sieht auf alle Fälle irgendwie nach Batik aus . wie gesagt, die ersten zaghaften Versuchen mit viel zu wenig Sonne.

Besten Dank für das Thema und wer mitgespielt habt, könnt ihr bei  machwerk sehen.

Kommentare:

Elke hat gesagt…

Hallo KAZE, deine ersten sunprinting-Werke sehen Klasse aus. Übrigens braucht man nicht unbedingt Sonne, sondern Wärme. Dadurch trocknen die nicht abgedeckten Bereiche schneller und die Farbpigmente "wandern" . Schau mal hier bei Helena http://fincolorist.blogspot.de/
(der netten Finnin) und vielleicht auch auf mein blog.

Liebe Grüße

Elke

Helena hat gesagt…

Ich freue mich, dass das Gewinn-Set schon im Gebrauch ist :-)
Das Wetter soll auch bald Sunprint-freundlicher werden.

Weiterhin viel Spaß beim Experimentieren
wünscht dir
Helena

Sonnenlicht - Heidi Hombsch hat gesagt…

Hi KaZe,
wir haben mit unserer Schnipsitruppe auch mal damit gespielt. Was für mich am tollsten geworden ist, waren blühende Gräser, die wir zusammen mit Blättern unter einer Glasplatte auf den Stoff gepresst hatten. Dabei war gerade das Wechselspiel zwischen scharfer und unscharfer Kontur hochinteressant.
Aber wei genau das finktioniert, weiß ich auch nicht.
Liebe Grüße
Heidi

123-Nadelei hat gesagt…

Die ganze Spielerei-Aktion inspiriert mich total.
Wenn Gräser unter der Glasplatte funktionieren, geht dann auch ein s/s-Druck auf Folie bzw. Kopierfolie unter Glas?
Oder sind organische Auflagen Voraussetzung?
Gruß
Ute

griselda hat gesagt…

Ja genau, ich dachte auch an Overheadfolie wie bei Frifis- das Belichtungsprinzip scheint ja doch irgendwie ähnlich zu sein.
Und du hast das schön geschrieben: "Dem Zufall und der Willkür muss man Raum geben."
Aber dazu braucht es erst mal ein paar Experimente um Auszuloten, was geht.
Danke für´s Dokumentieren!

Just Beads hat gesagt…

Hi KaZe, davon habe ich ja noch nie gehört. Sieht interesant aus. Be schwarzer Folie ist mir übrigens direkt (dünne) Teichfolie aus dem Baumarkt eingefallen. Vielleicht wäre das ja mal einen Test wert.

Grüssle,
Silke

Flottelotta Blau hat gesagt…

Das Ergebnis mit den Blättern gefällt mir sehr gut! Ich bin gespannt, wie deine Stoff-Färbetechnik weiter geht...LG Lotta.

Helena hat gesagt…

Zu den Folien/Schablonen:
alle (auch durchsichtige) Plastikfolien funktionieren als Schablonen. Figuren aus Stoff, Filz, Holz und Papier gehen nicht, da sie die Feuchtigkeit speichern und damit den Trocknungsprozess verzögern. Ganz toll lassen sich übrigens Schablonen aus ausrangierten Röntgenfolien schneiden, sie sind dünn ,aber stabil.

Blätter & co. lege ich immer mindestens übernacht in ein altes Telefonbuch, so liegen sie schön glatt auf dem Stoff.

LG
helena

mano hat gesagt…

spannende experimente! ich mag so was.
liebe grüße von mano

Königinnenreich hat gesagt…

Wow, davon habe ich auch noch nie gehört! Es sieht aber aus, als könnte man damit eine Menge spannende Dinge veranstalten und es z.B. mit Batik kombinieren. Als undurchsichtige Folie fällt mir die Rückseite von Schulschnellheftern ein.
Viel Spaß noch beim Experimentieren!
Regina

kaze hat gesagt…

@ alle
Habt vielen Dank für eure Tipps mit den Folien und Glasplatten, da probiere ich weiter aus.Ihr seid Klasse!

Lucy in the Sky hat gesagt…

Das ist ja spannend! Das muss eine ganz andere Chemie sein als frifris Farbe, wenn es hier nicht um Licht geht, sondern um Wärme und das Trocknen.
Die Blätter werden ja sehr detailreich abgebildet. Könnte mir sowas mit Gräsern, wie Heidi geschrieben hatte, gut vorstellen, wenn man z. B. bei einer großen Stoffbahn entlang einer Kante lauter Gräser anordnet und daraus dann ein Rock macht, so dass die Gräser entlang des Rocksaums wachsen. Vorausgesetzt du hast den Platz, so viel stoff irgendwo auszubreiten.

viele Grüße!

kaze hat gesagt…

@ Lucy
Da hast du vollkommen recht, denn ich weiß jetzt, dass es zwar Sonnen- heißt, aber Wärme vorrangig der Kanckpunkt für den Druck ist.
schöne idee mit dem Rock!Die Fläche zum Auflegen hätte ich fast, aber man kann wohl kaum einen gleichmäßgen Farbauftrag hinbekommen und ich bin mir noch sicher, ob ich so wolkig toll finde.

KunstundKleider hat gesagt…

Interessante Technik: Färben und entfärben in einem Arbeitsgang, oder wie darf ich das verstehen? Muss man die Farbe mit einem Pinsel auftragen oder kann man auch rollern oder sprühen? Dann kriegt man vielleicht einen gleichmäßigen Farbauftrag hin, aber wahrscheinlich ist wolkig beabsichtigt?
Ich bin sehr gespannt, was dir dazu noch einfällt.

Judika hat gesagt…

Batik - genau das war mein erster Gedanke.
Ich bin gespannt auf weitere Experimente, noch gibt es ein paar Sonnentage. Also ERFORSCHE. TRÄUME.
P.S. Habe gerade gesehen, dass Du bei mir gelesen hast während ich bei Dir bin.
herzlich Judika

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