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Pusteblumen

Bald ist es wieder soweit!Faszinierend sind sie schon für jedes Kind, wenn die Schirmchen fliegen - Pusteblumen.Vollkommen hin und weg war ich, als vor etlichen Jahren zu einer großen textilen Ausstellung in Wolfsburger Kunstmuseum einen Pullover hinter Glas aus Pusteblumen sah.

Inzwischen habe ich im Netz Beispiele gefunden wie man sie halbwegs konservieren kann. Da ich testen wollte wie haltbar sie wirklich sind, gibt es den Bericht erst jetzt. Sie stehen wie eine Eins.


Pflücken , wenn die gelbe Sonnen verblüht und die Insekten sich gelabt haben. Die inzwischen grau-weißen Blüten stehen geschlossen und bereiten sich aufs Fliegen vor. In den hohlen Stengel einen Draht oder dünnen Stab einziehen, irgendwo reinstecken, so dass sie frei stehen können und warten. Wie von Zauberhand, es ist wirklich unglaublich, öffnet sich die Blüte in den nächsten zwei Tagen und wird zur kugelrunden Pusteblume. Verrückt!


Hier sieht man recht deutlich, dass es unterschiedliche Sorten gibt. Die Schirmchen halten stabil und fallen nicht aus.


Zu einem Geburtstag habe ich sie im Glas verschenkt. Ein paar Kiesel für den Halt, aber entsprechend hohe Gläser findet man nicht so leicht, deshalb mußten sie gekürzt werden. Aber die Schirmchen halten.




Viel Freude beim Probieren!

Sterne gehen immer und Tee auch

Sterne gehören zum Advent dazu, klar, nicht umsonst dreht sich die diesjährige Postkunstaktion um Sterne. Gefaltet, geschnitten, geflochten, gewachst  - in allen Varianten kenne ich sie. Vor zwei Jahren begegneten mir dann Teebeutelsterne, das fand ich sehr witzig und nachhaltig obendrein.


Im Hause KaZe wird oft loser Tee getrunken, aber auch Beuteltee und man kann ja sammeln lassen.


Ziemlich farbig kommen die meisten Beutel daher.
















Zuerst komplett auffalten und  die gepressten Kleberänder abschneiden.

Dann kann man das Papier in drei gleichgroße Quadrate schneiden. Geht bei den meisten Sorten genau auf. Nun muß man jedes Quadrat nach der gleichen Weise falten.  Ich habe 10 Zacken gewählt, die dann ineinandergesteckt werden. Hält prima ohne kleben.
 

 
 Je nachdem wie man faltet, entsteht ein anderes Bild, weil andere aufgedruckte Dinge sichtbar werden. so ergeben sich mehrere Möglichkeiten, auch wenn man nur eine Sorte zur Verfügung hat. Und mischen der Sorten geht auch noch, also ungeahnte Möglichkeiten. Es gibt zahlreiche Anleitungen, die alle etwas variieren oder eine noch raffiniertere Optik zeigen. Ich habe diese Anleitung genutzt.

Viel Vergnügen!



 

Tinten - Hexenküche

Wenn man gern schreibt, ist Tinte und Tusche schnell ein besonderes Thema. So alt wie das Schreiben, sind auch die Flüssigkeiten dazu. Ruß, Erden, Galläpfel  - der Grundstock historischer Tinten.
Seit ich vor längerer Zeit das Buch des Candiers Jason Logan "Make Ink" erwarb, sehe ich überall Möglichkeiten. Aber schon vorher habe ich Versuche gestartet.  Die ersten Ansätze ganz klassisch mit den Schalen der Walnuß - wunderbar, da auch lichtecht! Uralte Rezepte gibt es da. 



Mit dunkelroten Stockrosen habe ich mal experimentiert , die Tinte war z.B. bei unserem Texturenprojekt mit Ulrike hier sogar gleich im Einsatz.

 


Schreibflüssigkeiten kann man tatsächlich aus fast allem gewinnen, allerdings bleibt nicht alles für die Ewigkeit, vieles soll verblassen und sich verändern unter Licht. Also es geht um die Flächen, die dauerhaft Licht ausgesetzt sind. Alles, was ich bisher versucht habe, sieht immer noch genauso aus, aber befindet sich in Heften oder Büchern.

Aber solche Versuche, die nach Hexenküche riechen, ziehen mich magisch an. Probiert habe ich inzwischen Walnuß, Kaffee hier, Stockrosen, Banane, Hollunder, Eichelhütchen, Avaocado und Kupfer.

 


 

Eingeweichte Eichelhütchen 




 

Dieselbe Charge nach dem Kochprozess. Sie sehen wie versilbert aus und tatsächlich entsteht ein schönes Grau mit Silberschimmer .

Es gelingt nicht alles! Meine tolle Farbe vom Hollunder z.B. lässt sich gut schreiben, glänzt erstaunlich und klebt wie Hölle. Leider, egal wie lange es trocknet. Ich hatte gehofft es läßt nach, aber sie tut mir den Gefallen nicht. Verdünnen? Ich habe den Zuckergehalt in Verdacht.
Wenn man das akribisch machen möchte, muß man wohl superexakt Buch führen über Mengen, Zeiten und Zutaten. 

 Das war die Vorbereitung für die Avocadotinte , sowohl Kern, als auch Schale habe ich genutzt. 

 



 

Hier nach dem Kochprozeß, man kann sehen, was für ein schönes Braunrot entstanden ist. 



 

Bis jetzt sind mir an Varianten begegnet:

- Pflanzen/Blüten frisch sammeln und auspressen - gefällt mir nicht, leide ich mit den frischen Blüten
- trockene Pflanzenteile in Essigwasser in die Sonne stellen - so ähnlich wie bei Solarfärbung, probiert und für gut befunden
- trockene Teile oder Beeren einweichen und später aufkochen mit Salz /Essig/rostigen Nägeln - funktioniert auch prima

Das Zufügen von Natron, Alaun und Soda verändert eine Farbflotte, so dass man mit einer Grundsubstanz mehr als eine Farbe erzeugen kann. Fingerspitzengefühl bei der Menge ist gefragt.
Gummiarabicum ist eine Option, die die Fließeigenschaften beeinflussen soll. So richtig konnte ich keinen Unterschied feststellen.

Filterpapier ist notwendig und ein Minischuß hochprozentiger Alkohol oder/und die Zugabe von Nelken verhindern, dass die naturelle Tinte schimmelt.


 

Bei einem Treff mit Ghislana von Jahrezeitenbriefe und Ulrike von ulkaucards im Sommer konnten wir schon hexenküchenmäßig Tinten tauschen und uns austauschen. Es war ein großes Vergnügen! Und bei Gelegenheit werden wir uns erzählen können, was wir damit so angestellt haben.

Geranie, Avocado, Mahonie und Indigo zeigt die oberste Reihe. Aus Pigmenten lassen sich antürlich auch Tinten herstellen.
Meine Erkenntnis : Tinten aus hölzernen/zähen, faserigen Pflanzenteilen wie Schalen, Kerne, Wurzeln, Rinde sind später stabiler auf dem Papier. Tinten aus Blüten verändern sich eher. Aber um da konkrete Aussagen zu machen, müßte man tatsächlich über längere Zeit Buch führen. 



Hier ein Bild der gleichen Kiste (leider nicht jede Flasche an der gleichen Stelle) . Die Deckel sind alle nun zwei Monate am Licht. Die Gelb-und Blautöne scheinen  relativ stabil, die Rottöne nähern sich irgendwie an, was die obige Theorie bestätigt. Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie blasser werden, aber sie werden eher dunkler.

Bei jedem Gang durch die Natur schaut man plötzliche jede Pflanze mit anderen Gedanken an. Könnte ich Erlenzapfen sammeln und was ergibt es dann oder die roten Stängel vom wilden Wein?


 

Das war die Tinte , die Ulrike gemacht hat, für die Etiketten vom Weinbeerengelee. Sicher kann man aus dunklem Wein auch Tinte machen, aber dieses Jahr sollte unsere kleine Ernte auf dem Teller bzw. im Mund landen.

Hier liegt Herr Goethe in Essigwasser.  Der Canadier Jason Logan erzählt in seinem Buch, dass Kupfer mit einer Essiglösung ein schönes Türkis ergeben soll. Er warnt aber auch vor gesundheitschädlichen Dämpfen. Es stand hier auf dem Balkon und nach kurzer Zeit 


sah es so aus. Nicht schlecht, dachte ich. Dann habe ich das Glas einfach vergessen, weil der Urlaub anstand. Zurückgekommen sah ich, dass alles Wasser inzwischen verdunstet war und eine milchige Schicht am Boden lag. Sah sehr seltsam aus. Ich habe sie mit etwas Wasser aufgegossen.



 












So sah dann diese Flüssigkeiet aus, total milchig, das finde ich sehr ungewöhnlich. Ein Chemiker könnte dazu sicher etwas erklären.














Auf Papier gefällt es mir richtig gut, aber Herr Goethe ist nicht mehr zu erkennen, er hat himmelblaue Masern.

Habe ich jetzt etwas Giftiges produziert? Mit Metallfedern kann man damit nicht schreiben, weil es die sicher angreift. Überall wo Essig drin ist, sollte es nur Stahl, Glas oder Gänsekiel sein.

Da ich schon lange an dem Post schreibe, hier der neueste Versuch der klebenden Hollundertinte. Ihr seht wie sich die Farbe verändert hat und es klebt nur noch, wenn ich zuviel Tinte nehme, wie beim Wort braun, ansonsten klappt das jetzt. Das Warten hat sich gelohnt.

Irgendwann kommen auch flächige Experimente,wie es Logan herrlich im Buch zeigt, aber das Schreiben damit, stand bei mir im Vordergrund.

Vielleicht habe ich euch ein wenig Lust auf Tintenküche gemacht?






Mit Natur säubern

Im Einklang mit der Natur reinigen, finde ich extrem wichtig und ist eigentlich so einfach. Unsere Großmütter kamen mit wenigen Sachen aus. Die Industrie macht uns Glauben, dass man für jedes Fleckchen ein anderes Chemikalchen braucht, alles kiki. Nur in ganz wenigen Fällen ist das wirklich notwendig.




Hier waren es Schalen einer Pomelo (jede andere Zitrusfrucht eignet sich genauso) stehen 14 Tage in einer Essiglösung und verfärben sich irgendwann. Dann sind sie reif zum Filtern. In eine alte Sprühflasche vom Fensterputzdings eingefüllt, absolviert sie gut duftend reinliche Aufgaben und belastet mit nichts das Abwasser.





Liebe Post hat mich in letzter Zeit erfreut und ich winke nach Erfurt, Kreischa und Kassel!



Die Maskennäherei nimmt wohl so schnell kein Ende, denn der Trend geht zur Zweit-, Schick- und Witzmaske.





vom Baum zum Quirl

Obwohl schon Österliches gesichtet wurde, geht es hier sanft zu. Unser Weihnachtsbaum steht fast den ganzen Januar noch und dieses Jahr wurde ihm endlich das zweite Leben zuteil. Vor langer Zeit fasziniert in einem Heimatmusem gesehen und später hier entdeckt, wie man das so selber hinbekommt. So stand es seitdem auf der Liste und dieses Jahr nun endlich probiert wie eine Baumspitze zum Küchenhelfer werden kann.




Die oberen Astkränze eignen sich bestens zur Quirlherstellung und wenn wir schon einen natürlichen Baum im Zimmer haben, um so schöner  noch etwas Sinnvolles daraus zu machen. Zusammengebunden wird die Spitze ein wenig gekocht. Mit Wasserdampf wurde ja auch das Holz für die berühmten Thonetstühle gebogen.






































Danach gebunden trocknen lassen, am nächsten Tag kann man  mit dem Schälen beginnen. Küchenmesser und  Scalpell kamen zum Einsatz.


Die Quirlflügel sind noch etwas lang, aber warum nicht. Kurze Quirle besitzen wir schon. Und Holz ist antibakteriell, was Besseres gibt es für die Küche nicht.


Mit Blumen schreiben - eigene Tinte

Wer gern und viel schreibt, braucht nicht nur gute Federn, sondern auch verschiedene Tinten und Tuschen. Diese Bezeichnungen sind leider nicht mehr durchgängig korrekt, was wohl durch Importe entstanden ist. Ursprünglich war Tinte grundsätzlich wasserlöslich und Tusche nicht. Heute sollte man es probieren, wenn es einem wichtig ist.
Aus Kaffee hier und Walnüssen hier habe ich schon Schreibflüssigkeiten gewonnen. Nun habe ich es mit Blüten versucht. Es gibt alte Rezpete ( Judika war so nett mir welche zu schicken, vielen Dank!) und auch neue Literatur, die ich aber noch nicht besitze, aber schon mal blättern durfte.




Da ich gern experimentiere  und ganz frei probiere, habe ich Stockrosen benutzt, die ich sehr mag und die mir bei meinem Weg zum Tai-chi immer zulächelten.



Die vertrockneten Blüten habe ich aufgesammelt bis eine Handvoll zusammen war.




In Essigwasser zwei Wochen in die Sonne gestellt. Bei Solarfärbung und ecoprint bringt Hitze die gewünschten Effekte, sicher nicht ausschließlich, aber wahrscheinlich als Katalysator.





So sah es danach aus - eine tolle kräftige Farbe, ich war begeistert.

 


Durchgeseiht durch einen Teefilter, erhielt ich ein kleines Fäßchen. Die Schreibproben haben mich dann aber sehr überrascht. Die feine rötliche Flüssigkeit wurde mit zunehmender Luft bzw. beim Trocknungsprozess grau, manchmal grünlich und der Rotton verschwand komplett. Auf jedem Papier war es aber auch etwas anders, aber die Veränderung blieb.

Die mittlere Texturenprobe, die ihr im letzten Post gesehen habt, frisch aufgetragen, hatte später nur grüngrau zu bieten.

Ein wenig Hexerei? Ob man das durch Zugaben ändern kann, weiß ich nicht. Allgemein sagt man dass diese Farben nicht lichtecht sind. Da ich damit keine amtlichen Dokumente unterzeichnen werde, ist mir das nicht so wichtig.

Auf alle Fälle werde ich weitere Versuche starten, vertrocknete Blüten fallen immer mal wieder an und vielleicht gibt es noch mehr Übrrraschungen. Früchte müßten auch gehen, Holunder finde ich z. B. sehr farbintensiv.
Vielleicht passiert schon etwas ganz anderes, wenn man statt Essigwasser, Wein oder Tee nimmt oder Salz ? Oder Alaun, damit habe ich aber noch gar keine Erfahrungen.
Da alles in kleinen Mengen geschieht, kann man so etwas  schnell mal probieren.































Hier kann man noch einen leichten Schimmer Rot erahnen.



Habt ihr auch Lust bekommen? Würde mich über Erfahrungen und Berichte anderer Versuche freuen.




 

nichts verschwenden

 - und schon gar keinen Kaffee! Von einer Familienfeier blieb ziemlich viel Kaffee übrig, ab damit in den Kühlschrank für Eiskaffee. Dann war es aber plötzlich wieder richtig kalt und ich vergaß die abgefüllte Flasche. Zum Entsorgen natürlich viel zu schade, so habe ich einen halben Liter Kaffee zu einer schreibbaren Consumé eingekocht . In einem flachen Topf dauert es circa 20 min.1 1/2 Fäßchen ( hebe ich meist von aufgebrauchten Tuschen auf ) sind es geworden. Flüssigkeit zum Schreiben muß sehr pigmentreich sein, damit man etwas erkennen kann. Sie ist heller als Walnußtinte, die ich hier mal gekocht habe.










Ein Minispritzer Essigessenz macht die Tinte haltbar (hochprozentiger Alkohol tut es auch )und so kann man nun mit schönem Braun schreiben . Trotz der Spur Essig, duftet es köstlich beim Schreiben, ein Genuß, der befügelt!!! Haben doch Wissenschaftler festgestellt, dass schon Kaffeeduft munter macht!



Mit starkem Espresso würde der Ton sicher kräftiger ausfallen , aber der wird bei uns immer alle.

Heute geht es damit um creadienstag



Ordnungshelfer

Den Kabelsalat im Schubfach hatten wir zwar schon etwas eingedämmt, in dem wir alte Papprollen hochkant gestellt hatten zum separaten Sortieren, aber das Einfädeln war dann doch immer mühsam, weil es nie wirklich von der Größe gepasst hat. Etwas Bewegliches und Variables mußte her.

Zwei Platten aus einer Filztüte längs halbiert, zur Kabelunterscheidung farblich verschieden.

Vesetzt zieharmonikamäßig zusammennähen. Man muß vertikal arbeiten, denn die Reihenfolge der Nähte ist entscheidend, sonst kommt man an bestimmte Stellen nicht mehr heran. Die Abstände kannn man beliebig variieren, so entstehen unterschiedlich große Fächer.

 Die Beweglichkeit erleichtert das Einsortieren der Kabel immens und man kann es ewig erweitern.

creadienstag
Dienstagdinge


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