Inspiration - Afflatus


Von Lucy, in deren Blog ich sehr gern unterwegs bin, habe ich diesen Award bekommen, über den ich mich sehr freue. Vielen Dank! Bin ich doch eher ein Neuling unter den Bloggern. Die Frage nach der Inspiration steht im Mittelpunkt und ich will versuchen meine Gedanken darüber zu sortieren:
Da ich in einem Land aufgewachsen bin, in dem einiges selten zu erwerben gab und vieles gar nicht, war schon zeitig Kreativität gefragt.
Aus wenig, doch etwas machen. Was zwangsläufig zum Leben dazu gehörte, wurde dann beim Studium zu einem Leitsatz: Weniger ist mehr! Was im ersten Augenblick absurd klingt, ist aber absolutes Phantasietraining.
Ich arbeite ein paar mal im Jahr mit Kindern und Jugendlichen, die meist ne Flappe ziehen, wenn es klare Ansagen über meist sehr beschränkte Mittel und Materialien gibt, aber nach der Aufregung, erzielen sie dann in den nächsten Tagen die unglaublichsten Dinge, die sie oft selbst erstaunen.
So wie Lucy auch, begleiten mich schon lange Blanko-Bücher, die aber meist für alles herhalten müssen - Notizen, Skizzen, Zeitungsausschnitte, Ideen , Bilderrätsel mit meiner Tochter beim Warten sonst wo., deshalb auch sehr chaotisch aussehen und davon später manchmal auch nur Blätter aufgehoben werden. Leider habe ich Papier in Buchformat auch nicht immer dabei, aber Papier und Stift, deshalb ist die Zettelflut bei uns groß. Aber wenn ich mir etwas aufgezeichnet habe , habe ich Bilder gespeichert und mein Kopf funktioniert vorrangig über Bilder. Zahlen bleiben kaum erhalten.
Inspirierend, sind für mich Dinge, die ich mir sofort in einem anderen Medium vorstellen kann. Das kann so gut wie alles sein.
Fliesen aus einer Marokkoreportage für ein Patchworkmuster
Kahle Äste vor einem tollen Himmel als Stoffmuster
Schaltkeise als Schmuckstücke
Weihnachtskugeln als Ohrringe
Marmorpapiere auf Glasperlen
Das finde ich extrem reizvoll, Bereiche zu vermischen vom Handwerk und vom Material. Das sind natürlich viele Kopfgeburten, die ich gar nicht umsetzen kann, aber die immer im Hinterkopf schweben. Manchmal bin ich dann überrascht und enttäuscht gleichzeitig, wenn ich genauso etwas bei jemand sehe. Ich hatte es schon vor meinem inneren Auge, aber nicht realisiert. Für vieles fehlt die Zeit, aber auch Umstände und Material. Man kann sicher auch unmöglich alles versuchen, was einem vorschwebt!? Aber das war genau der Punkt, wo ich auf Tallys Idee aufgesprungen bin und ihr sehr dankbar bin, weil es mir die Möglichkeit gibt, Ideen in die Tat umzusetzen , auszuprobieren, die sich sonst in meinem Kopf stapeln.
Anregend sind für mich immer Strukturen, die ich wahrnehme und umsetzen möchte. Z.B. in Glasperlen
Großprojekte wie Patchworkdecken, gebundene Bücher, Mosaiksäulen warten schon länger auf Verwirklichung. Die Ideen kommen schneller, die Umsetzung dauert etwas länger….Wenn Zielpunkte wie Geburtstage oder Aufträge dahinterstehen, geht es manchmal schneller .

Kommentare:

Christina`s Welt hat gesagt…

Da gratulier ich Dir natürlich ganz herzlich!!!!

Christina

andra hat gesagt…

Liebe Kaze!
Ich kann Deine Worte gut nachvollziehen, warum sich festlegen auf eine Sache. Kreativität braucht Abwechslung, Anregung, Neues und Zeit.
Ich wusste auch lange Zeit nicht ob ich eine filzende Quilterin oder eine quiltende Perlerin bin.
Ich bin alles und eins und machmal auch keins.
Ich finde es schön noch jemanden zu sehen, der Spuren hinterläßt egal in welcher Form.
Liebe Güße
andrea

seelenruhig hat gesagt…

Ich finde deine Gedanken wunderbar ausgeführt - mir sprechen sie aus der Seele! Weniger ist mehr! Ja, genau dann kann Fantasie sprudeln- nicht aus dem erstickenden Überfluss ...

Danke für deinen schönen Blog! Er inspiriert auch sehr!

liebe Grüße von ELlen

Lucy in the Sky hat gesagt…

Interessant, ich glaube auch, dass es eher der Mangel an etwas ist, der Kreativität antreibt, als der Überfluss an Dingen und Materialien. Letztlich geht es ja auch darum, etwas herzustellen, das es so noch nicht gab und damit einem Mangel abzuhelfen. Ganz am Anfang meines Interesses für Nähen und Handarbeiten stand zum Beipiel eine Faszination für Patchwork. Als ich ungefähr 10 war, sah ich in einem Buch aus der Bibliothek Fotos von alten amerikanischen Patchworkquilts, die mich sofort unmittelbar ansprachen - der Gedanke, aus kleinen Stofffitzeln wieder etwas Großes, Schönes, Kompliziertes herzustellen. Darum geht es im Grunde auch heute noch.

viele Grüße und schönes wochenende!
Lucy

Allerleirauh hat gesagt…

Weniger ist mehr - ein Gestaltunggrundsatz, der in vielen Lebensbereichen Gültigkeit hat und wahrscheinlich immer aktueller werden wird. Reduzieren bis es nicht mehr geht und man das Wesentliche herausgearbeitet hat, aber manchmal ist schwelgen im Überfluss hat auch ganz schön.
Liebe Grüsse, Allerleirauh

griselda hat gesagt…

Gut geschrieben.
So empfinde ich auch oft: Gerade das Transportieren einer Grundidee in andere Bereiche, das ist so reizvoll.

Das ist ja auch der Ansatz bei den Monatsgeschichten: Tallys Grundidee wird immer wieder anders umgesetzt. Jader hat sich seine Inspiration herausgenommen und weiterentwickelt.
Das macht den Reiz guter Inspiration aus: Sie lässt Platz für die eigene Kreativität.
In Kindermalkursen ist nichts tödlicher als eine bildnerische Vorlage, an der sich die Schüler messen wollen.
Und jetzt verlink ich dich mal. :-)

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