Stoffspielerei (87)- Altes in Neuem - Boro

Ein herzlich Willkommen zur sonntäglichen Stoffspielerei im April. Mir fiel es echt schwer,  mich ob der Möglichkeiten zu entscheiden und wenn die Entscheidungszeit zu lange dauert, fehlt es dann oft im Fertigungssprozeß .

Hier die Teilnehmer, die sich heute beteiligen und über den Tag zahlreicher werden:

- bei Gabi von langerfaden gibt es eine raffinierte Patchworkjacke zu sehen

- tyche zeigt Kissen mit alten edlen Stoffresten 

. bei quod erad reparandum  sehen wir die Umarbeitung einer alten Jeans

- Stoffnotitzen stickt nach alter Technik mit Bändern auf Sweat 


 

Mich fasziniert seit langem wie frühere Generationen Stoffe geflickt und/oder auch umgenutzt haben, eigentlich immer aus der Situation heraus, dass Textilien wertvoll waren, weil aufwändig im Entstehungsprozeß und nicht bezahlbar für arme Bevölkerungsschichten. 

 

Die alten asiatischen Techniken wie Boro, bei der man immer wieder sichtbar Stoffstücke verbunden hat oder fadenscheinige Stellen überdeckt hat, kann man heute in Museen betrachten. Sashiko war auch ein Ergebnis, das Ganze ornamentaler zu gestalten bis es eine eigene Richtung geworden ist.
Textilkünstler nutzen diese alten Techniken heute als Inspiration zu neuen freien Interpretionen. Hier geht es zu einem Video einer Ausstellung, hier z. B schlicht als Decke/ Tuch und hier bei ogawa_tomoko_desu ( wenn man das Schließkreuz nutzt, kann man die erste Seite ansehen) mit ganz faszinierend verrückten Ideen, die in großen japanischen Galerien gezeigt werden. Vorrangig für Bekleidung, aber alles per Maschine. Ich bin total verzückt .

Da mich Handstiche  immer begeistern, wollte ich etwas per Hand machen, allerdings ist der Zeitaufwand.... 

Unterfütterte Löcher hatten es mir angetan und ein altes Leinenhemd aus den 90ern war im Fundus.
Es ist ziemlich grobes Leinen. Zu der Zeit war alles so riesig und die Ärmel mußten schon mal für ein Projekt herhalten (nur für welches?) Da war ich noch 2 Konfektionsgrößen schmaler und das Hemd ist immer noch groß. Die 90er waren unfassbar weit.

Die Ärmelreste und die Brusttasche erstmal sauber abgetrennt, auch die Knöpfe. Dann versäubert.

 

 
            Löcher in Größe und Lage plaziert und so könnten  die Knöpfe dann aussehen, zweifarbig.

 

altes Stickgarn in drei Farben
 


Das große Sticheln geht los - Zwischenstand.


Die Stiche sind bewußte nicht exakt übereinander gesetzt, damit nicht neue Linien entstehen, sondern eine Textur. Mit der Knopfleiste war es etwas mühsam, auch geht insgesamt nicht ganz so flott.

 


Soweit bin ich gekommen, also es gibt noch viel zu tun, aber ich überlege jetzt, ob ich um die schwarzen Kreise  evtl. rotes Maschinengekringel setze oder auch die hellen Stellen mit hellem Garn durchziehe, damit sie auch solch eine Optik/Haptik bekommen. 


Es würde eine neue Grafik sein, roter Maschinenstich über Handstich. Ob ich es wage? Ich bin nämlich nicht mehr von den Löchern überzeugt, aufgelegte schwarze Kreise wären, glaube ich jetzt, besser. Hinterher ist man immer schlauer!

 

 STOFFSPIELEREI

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine aktuellen Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach eine Mail oder einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein - ganz persönlich und individuell.

 

Die nächsten Stoffspielerei-Termine 2025:

31.05.26: „English Paper Piecing“ bei 123-nadelei

28.06.26: „Tierisch“ bei zwisch-en-durch

Juli und August: Sommerpause

27.09.26: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's touch

25.10.26: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen 

29.11.26: „Teppiche“ bei made with Blümchen 

 

 

 

12 Kommentare:

  1. Liebe Karen, das ist eine feine textile Spielerei, auch wenn es viel Handarbeit bedeutet. Die Löcher hast du extra reingeschnitten ? Mir gefällt die reduzierte Farbwahl und das Zusammenspiel der Knöpfe. Zusätzliche Maschinenstiche bringen bestimmt noch mehr Spannung.
    Ich habe auch alte Kleidung wiederbelebt
    https://tychestouch.blogspot.com.
    Dank an dich, liebe Grüße von Tyche

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    1. Das Hemd war zwar schon angeschnitten, aber die Löcher habe ich tatsächlich selber gemacht, aber schwarz obenauf wäre wohl einacher und evtl . besser gewesen, es ist halt ein Prozeß.

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  2. Ja, das ist eine Dauerbeschäftigung! Aber das Ergebnis ist bislang vielversprechend und schön.
    Sonntagsgrüße!
    Astrid

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  3. Die schwarzen Knöpfe gefallen mir sehr gut! Durch die vielen Nähte fühlt sich der Stoff doch bestimmt ziemlich steif an, oder?
    Ich habe auch ein Work-in-Progress-Projekt und verkleinere eine alte Herrenjeans auf meine Größe. Hier ist mein Beitrag:
    https://reparandum.wordpress.com/2026/04/26/stoffspielereien-altes-in-neuem/
    Liebe Grüße
    Thea

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    1. Das Leinen ist recht stabil, da verstärken das die Nähte kaum, nur die Oberfläche wird recht lebendig.

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  4. Die Idee alleine finde ich toll! Auch wenn ich mich wohl nicht getraut hätte, Löcher reinzuschneiden. Die Überlegung selbige noch rot zu umranden gefällt mir, bringt sicher mehr Spannung rein. Steppst Du damit dann auch die Ränder etwas? Die Knopfleiste gefällt mir sehr!
    Jedenfalls ein gelungenes Projekt und wenn fertig ein schicker Hingucker!
    Liebe Sonntagsgrüsse
    Nina

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    1. Die Ränder sollten eigentlich roh/offen bleiben und sogar ausfransen, was ich mir gut vorstellen kann, aber es sieht jetzt noch zu uneindeutig aus. Ändert sich evtl. mit dem Tragen und Waschen?! Beim Probieren wird man schlauer.

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  5. eine ganz tolle idee, die klasse aussieht. mit roten maschinenrändern würde es peppiger werden und besonderer. ich würd's machen!
    danke für den link zu ogawa tomoko - hinreißend!! ich bin verliebt in ihre taschen!!
    liebe grüße von mano

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    1. Danke für den Zuspruch rot. Ich finde ihre Teile auch großartig. Solche Texturen, die wir auf Papier gemacht haben auf Stoff.

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  6. Ein inspirierendes Projekt! Mir fielen gleich die Werke von Yayoi Kusama ein, eine Künstlerin der Punkte (aktuell in Köln zu sehen). Die Kombination aus Applikation und Boro macht die Bluse sehr wertig.
    Ich schreibe noch an meinem Beitrag, er kommt heute spät, aber er kommt noch. LG Elvira

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  7. Danke für diese Themenanregung und diesen interessanten Beitrag. Ich habe Boro sowohl mit unterlegtem als auf aufgelegtem Stoffstückchen gesehen. Ich denke, dass ist je nach der beabsichtigten Wirkung beides passend. Für die heutige Stoffspielerei hatte ich zuerst ein Upcycling Projekt in Arbeit - nach Deinem Einladungsbeitrag habe ich mich jedoch für die Variante "alte" Technik, "neues" Material entschieden und eine Bändchenstickerei auf leichtem Sweatshirtstoff versucht:
    https://stoffnotizen.wordpress.com/2026/04/26/stoffspielerei-altes-in-neuem-licht-bandchenstickerei/
    Liebe Grüße!

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  8. Deine Handsticheleien und das ganze Projekt wie Du es ausführst mag ich sehr. Maschinenstiche würde ich nicht kombinieren. Handstiche alleine machen auch eine angenehmere Haptik.
    Danke für das schöne Thema. Gerne bin ich dabei: https://123-nadelei.blogspot.com/2026/04/japanisch-schwedische-stoffspielerei.html
    LG Ute

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Ich freue mich, dass du dir die Zeit genommmen hast vorbei zu schauen und noch mehr über einen Kommentar. Danke!



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