Ein herzlich Willkommen zur sonntäglichen Stoffspielerei im April. Mir fiel es echt schwer, mich ob der Möglichkeiten zu entscheiden und wenn die Entscheidungszeit zu lange dauert, fehlt es dann oft im Fertigungssprozeß .
Hier die Teilnehmer, die sich heute beteiligen und über den Tag zahlreicher werden:
- bei Gabi von langerfaden gibt es eine raffinierte Patchworkjacke zu sehen
- tyche zeigt Kissen mit alten edlen Stoffresten
. bei quod erad reparandum sehen wir die Umarbeitung einer alten Jeans
Mich fasziniert seit langem wie frühere Generationen Stoffe geflickt und/oder auch umgenutzt haben, eigentlich immer aus der Situation heraus, dass Textilien wertvoll waren, weil aufwändig im Entstehungsprozeß und nicht bezahlbar für arme Bevölkerungsschichten.
Die alten asiatischen Techniken wie Boro, bei der man immer wieder sichtbar Stoffstücke verbunden hat oder fadenscheinige Stellen überdeckt hat, kann man heute in Museen betrachten. Sashiko war auch ein Ergebnis, das Ganze ornamentaler zu gestalten bis es eine eigene Richtung geworden ist.
Textilkünstler nutzen diese alten Techniken heute als Inspiration zu neuen freien Interpretionen. Hier geht es zu einem Video einer Ausstellung, hier z. B schlicht als Decke/ Tuch und hier bei ogawa_tomoko_desu ( wenn man das Schließkreuz nutzt, kann man die erste Seite ansehen) mit ganz faszinierend verrückten Ideen, die in großen japanischen Galerien gezeigt werden. Vorrangig für Bekleidung, aber alles per Maschine. Ich bin total verzückt .
Da mich Handstiche immer begeistern, wollte ich etwas per Hand machen, allerdings ist der Zeitaufwand....
Unterfütterte Löcher hatten es mir angetan und ein altes Leinenhemd aus den 90ern war im Fundus.Es ist ziemlich grobes Leinen. Zu der Zeit war alles so riesig und die Ärmel mußten schon mal für ein Projekt herhalten (nur für welches?) Da war ich noch 2 Konfektionsgrößen schmaler und das Hemd ist immer noch groß. Die 90er waren unfassbar weit.
Die Ärmelreste und die Brusttasche erstmal sauber abgetrennt, auch die Knöpfe. Dann versäubert.
Löcher in Größe und Lage plaziert und so könnten die Knöpfe dann aussehen, zweifarbig.
altes Stickgarn in drei Farben
Das große Sticheln geht los - Zwischenstand.
Die Stiche sind bewußte nicht exakt übereinander gesetzt, damit nicht neue Linien entstehen, sondern eine Textur. Mit der Knopfleiste war es etwas mühsam, auch geht insgesamt nicht ganz so flott.
Es würde eine neue Grafik sein, roter Maschinenstich über Handstich. Ob ich es wage? Ich bin nämlich nicht mehr von den Löchern überzeugt, aufgelegte schwarze Kreise wären, glaube ich jetzt, besser. Hinterher ist man immer schlauer!
STOFFSPIELEREI
Mach mit,
trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit
Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren
und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“
Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne
vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine aktuellen Ideen dazu.
Jeden
letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer
anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib
einfach eine Mail oder einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen
Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren
Beitrag ein - ganz persönlich und individuell.
Die nächsten Stoffspielerei-Termine 2025:
31.05.26: „English Paper Piecing“ bei 123-nadelei
28.06.26: „Tierisch“ bei zwisch-en-durch
Juli und August: Sommerpause
27.09.26: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's touch
25.10.26: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen
29.11.26: „Teppiche“ bei made with Blümchen

Liebe Karen, das ist eine feine textile Spielerei, auch wenn es viel Handarbeit bedeutet. Die Löcher hast du extra reingeschnitten ? Mir gefällt die reduzierte Farbwahl und das Zusammenspiel der Knöpfe. Zusätzliche Maschinenstiche bringen bestimmt noch mehr Spannung.
AntwortenLöschenIch habe auch alte Kleidung wiederbelebt
https://tychestouch.blogspot.com.
Dank an dich, liebe Grüße von Tyche
Das Hemd war zwar schon angeschnitten, aber die Löcher habe ich tatsächlich selber gemacht, aber schwarz obenauf wäre wohl einacher und evtl . besser gewesen, es ist halt ein Prozeß.
LöschenJa, das ist eine Dauerbeschäftigung! Aber das Ergebnis ist bislang vielversprechend und schön.
AntwortenLöschenSonntagsgrüße!
Astrid
Die schwarzen Knöpfe gefallen mir sehr gut! Durch die vielen Nähte fühlt sich der Stoff doch bestimmt ziemlich steif an, oder?
AntwortenLöschenIch habe auch ein Work-in-Progress-Projekt und verkleinere eine alte Herrenjeans auf meine Größe. Hier ist mein Beitrag:
https://reparandum.wordpress.com/2026/04/26/stoffspielereien-altes-in-neuem/
Liebe Grüße
Thea
Das Leinen ist recht stabil, da verstärken das die Nähte kaum, nur die Oberfläche wird recht lebendig.
LöschenDie Idee alleine finde ich toll! Auch wenn ich mich wohl nicht getraut hätte, Löcher reinzuschneiden. Die Überlegung selbige noch rot zu umranden gefällt mir, bringt sicher mehr Spannung rein. Steppst Du damit dann auch die Ränder etwas? Die Knopfleiste gefällt mir sehr!
AntwortenLöschenJedenfalls ein gelungenes Projekt und wenn fertig ein schicker Hingucker!
Liebe Sonntagsgrüsse
Nina
Die Ränder sollten eigentlich roh/offen bleiben und sogar ausfransen, was ich mir gut vorstellen kann, aber es sieht jetzt noch zu uneindeutig aus. Ändert sich evtl. mit dem Tragen und Waschen?! Beim Probieren wird man schlauer.
Löscheneine ganz tolle idee, die klasse aussieht. mit roten maschinenrändern würde es peppiger werden und besonderer. ich würd's machen!
AntwortenLöschendanke für den link zu ogawa tomoko - hinreißend!! ich bin verliebt in ihre taschen!!
liebe grüße von mano
Danke für den Zuspruch rot. Ich finde ihre Teile auch großartig. Solche Texturen, die wir auf Papier gemacht haben auf Stoff.
LöschenEin inspirierendes Projekt! Mir fielen gleich die Werke von Yayoi Kusama ein, eine Künstlerin der Punkte (aktuell in Köln zu sehen). Die Kombination aus Applikation und Boro macht die Bluse sehr wertig.
AntwortenLöschenIch schreibe noch an meinem Beitrag, er kommt heute spät, aber er kommt noch. LG Elvira
Danke für diese Themenanregung und diesen interessanten Beitrag. Ich habe Boro sowohl mit unterlegtem als auf aufgelegtem Stoffstückchen gesehen. Ich denke, dass ist je nach der beabsichtigten Wirkung beides passend. Für die heutige Stoffspielerei hatte ich zuerst ein Upcycling Projekt in Arbeit - nach Deinem Einladungsbeitrag habe ich mich jedoch für die Variante "alte" Technik, "neues" Material entschieden und eine Bändchenstickerei auf leichtem Sweatshirtstoff versucht:
AntwortenLöschenhttps://stoffnotizen.wordpress.com/2026/04/26/stoffspielerei-altes-in-neuem-licht-bandchenstickerei/
Liebe Grüße!