Es lebe die Handschrift

 Feiern wir das handgeschriebene Wort, denn heute wird in den USA , am 23.1.der  Nationltag der Handschrift begangen. Das sollten wir auch tun und am besten einem lieben Freund eine Karte schicken, natürlich handgeschrieben. Ich denke es gibt genügend Gründe, sie hochleben zu lassen und daran zu arbeiten, dass neben dem ständigen Getippse auf Tasten überall (was ich ja gerade auch tu, welch Ironie!) dieser wichtige Teil genügend Achtung im Alltag widerfährt.

Mit vielen Post-und mail-ART-Aktionen der letzten Jahre besonders von Tabea und der Müllerin ist sicher einigen auch wieder ins Bewutßtsein gerückt worden, wie schön es sein kann persönliche Zeilen zu erhalten. Jede Handschrift ist anders und so verschieden wie die Menschen dahinter auch. Wie schön, wenn man schon an der Schrift erkennt, wer der Schreiber ist.

Da wir hier eine echte Postfamilie sind, hat das auch auf unsere Kinder abgefärbt und auch sie wissen Post zu schätzen und haben Freude daran echte Post zu verschicken und zu erhalten, trotz der vielfältigen digitalen Möglichkeiten.


Die Handschrift meiner Mama.




Unsere Jüngste schreibt so exakt klein, dass sie locker einen Briefinhalt auf eine Postkarte plazieren kann.Es ist aber 1A zu lesen. Ich muß immer an die geheime Nachricht bei Tim Taler von James Krüss denken. Hier ist es ein Text von E. Kästner. Angeklickt, kann man es auch hier lesen.



Die Handschrift meines Papas

Post von meinem Opa hätte ich gern gezeigt . Auch damals gab es Schulreformen, denn er hat sowohl lateinisch, als auch Sütterlin schreiben gelernt und auf wundersame Weise hat sich beides zu einer Schrift bei ihm vereint. Das war einfach etwas besonders.

Wie wichtig es ist das Kinder mit Handgeschriebenem Erlerntes erfassen ist inzwischen hinlänglich erwiesen, trotz der Gelder die fließen, um Schulen mit riesigen digitalen Tafeln auszustatten, die nur noch Touch ermöglichen. Es entstehen ganz andere Vernetzungen im Hirn, wenn Kinder Erlerntes, Erlebtes aufschreiben per Stift und Papier. Die Regisseurin Doris Dörrie sagte einmal, dass sie ihre Studenten  Drehbuchideen mit Stift auf Papier erfassen läßt, weil sie dabei anders denken!!!

Auch wenn viele vor Jahren sicher die Nase gerümpft haben über Schönschreibübungen in der Grundschule, sie waren sinnvoll und die verschiedenen Schulschriften, die im Umlauf sind, sind teilweise ein graus und wären einen eigenen Post wert.
Von der Ästhetik eines handgeschrieben Briefes ganz abgesehen, die Notiz auf dem Küchentisch oder ein liebes Wort auf einem Zettel bedeuten den meisten mehr als eine SMS . Handschrift ist wieder schwer im Kommen, denn auch sie zeugt von Authentizität und Individualimus, die man damit vermitteln kann, in Geschäften und Cafes, in der Werbung.

Ermutigt eure Kinder und freut euch wie Bolle, wenn ihr etwas Handgeschriebenes bekommt!


Gabriele Trillhase arbeitet sehr vielfältig als Künstlerin und  ist  eine Verfechterin der Handschrift , denn sie hat  einen Club zur Rettung der Handschrift gegründet.

Kommt gut ins Wochenede und schreibt ein paar Zeilen!




Kommentare:

LOCKwerkE hat gesagt…

Ja, unsere Handschrift, die sollten wir wirklich feiern, da hast du recht: sie sagt so viel über einen Menschen aus. Und wenn man noch nicht schreiben kann - ich denke gerade an meine 5 Jährige - da zählt auch das Malen oder Kritzeln hinzu. Wie schwierig doch für Kinder die richtige Stifthaltung oder auch mit den einzelnen Stiften zu schreiben ist, das zeigt sich tatsächlich gerade bei den Kindergartenkindern ... wie schnell sich das ändern wird, wenn sie erst einmal in der Schule sind. Unsere Handschrift einzigartig - und doch im Laufe unseres Lebens auch veränder- und wandelbar. Toll das du uns das noch einmal vor Augen führst. Herzliche Grüße Karin

mano hat gesagt…

ein ganz toller und wichtiger post!! ich merke bei mir, dass sich in den letzten jahren - seit ich viel am pc mache - meine handschrift verschlechtert hat und dass es mir oft schwerfällt, viel per hand zu schreiben. früher habe ich manchmal zehnseiten-briefe an freundinnen oder auch seitenlang tagebuch geschrieben. heute sind es eher mal eine postkarte oder mal ein bis zwei seiten und im tagebuch finden sich eher fotos und bilder. das finde ich schon schade und bemühe mich aber, wenigstens regelmäßig und bewusst, meine handschrift in gang zu halten.
zur agenda: gustav hat übrigens auch immer lateinische und sütterlin gemixt. das macht es mir manchmal schwer, sie zu entziffern. sütterlin kann ich nämlich noch ganz gut lesen, habe es tatsächlich noch in der schule gelernt! gustav war bestimmt noch in der ausbildung, denn es taucht oft auf, dass er zur schule muss. aber er war sicher schon in einem höheren lehrjahr, weil er ja schon viel alleine gemacht hat. ich weiß nicht, wie 1920 eine ausbildung aussah und wie genau sein beruf hieß, weiß ich auch nicht. es bleibt also spannend und ich recherchiere immer mal ein bisschen.
mein skizzenbuch ist din a5.
und die schrift deiner tochter ist ja wohl der hammer!!
liebe grüße von mano

viel-krempel hat gesagt…

Ich schreibe immer noch lieber mit der Hand als auf dem PC. Die Schulschriften sind tatsächlich gewöhnungsbedürftig, aber das haben vielleicht auch die Leute bei der Umstellung von Sütterlin auf lateinische Schrift gedacht...
Annette

Flottelotta Blau hat gesagt…

Oh je...meine Handschrift hat beruflich bedingt in den letzten Jahren immens gelitten...leider. Welch großes Glück sind dann solche Aktionen wie von Michaela und Tabea...oder die Tatsache, dass im Bloggerland grundsätzlich gern Postkarten verschickt werden, die man beantworten muss...;-). LG Lotta.

papiertaenzerin hat gesagt…

... ach wie beneide ich all diejenigen mit einer schönen Handschrift! Ich mochte meine nie, schon als Kind nicht, das Schreiben am Computer war meine Rettung: seit dem schreibe ich viel lieber und sogar ganze Geschichten, kreativ Denken kann ich dabei ganz wunderbar, vielleicht durch den Abstand, den mir der Bildschirm schenkt (so verschieden ist die Welt ;-)) Nichtsdestotrotz mag ich Handschriften sehr, vor allem die alten, zarten, hab sogar ein Vintagebuch vom Trödel zum Üben von Schönschrift (vielleicht mache ich mich einfach mal dran...), ein schönes Wochenende wünscht papiertänzerin.

Anja Sickert hat gesagt…

Welch wichtiger Beitrag und Danke, dass Du im familiären Schriftarchiv gekramt hast. Toll. Meine Großtante schreibt auch eine Schrift gemischt aus lateinischen und deutschen Buchstaben. Und ich habe mir die Deutsche Kurrent während der Schulzeit selbst beigebracht. Derzeit erlebt ja Handschrift, Kalligrafie und Lettering einen regelrechten Hype. An allen Ecken gibt es Guides (Vorlagen) und Callenges (»Durchhalteprojekte«) und schönes Schreiben wird zelebriert. Die schöne Handschrift leben wir Papierflüsterinnen mit unserem Kalligrafie-Kalender ja schon seit Jahren ;)
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Anja

Astrid Ka hat gesagt…

Ach ja, ich könnte aus ( ruheständlerischer ) Lehrersicht ganz viel dazu schreiben, über Lust & Frust über den Wert des schönen Schreibens in der Schule heute....
Fakt ist, dass meine eigene schöne Handschrift den Bach heruntergegangen ist, als ich zu Beginn der Zeit in der Grundschule eine neue Schrift lernen musste ( die ich noch fleißig geübt habe in einem Schönschreibheft ) und dann vor acht Jahren noch eine weitere neue. Da kommt man beim Schreiben mit der Hand ganz ins Stolpern und verliert echt die Freude. Dabei habe ich schon als Kind immer Freude an Schrift gehabt ( mein Vater hat ganz wunderbar kalligraphiert ).
Momentan versuche ich mich im aktuellen Trend am Schreiben schöner Buchstaben (Lettering). Aber so richtig Narren habe ich daran noch nicht gefressen...Das Einzige, was geht ( und mich zufriedenstellt ) ist das Schreiben von Druckschrift.
Wenn ich gewusst hätte, dass heute der Tag der Handschrift ist, hätte ich auch dazu gepostet. Aber so habe ich heute ein in meinen Augen auch wichtiges Thema angeschnitten...
Bon week-end!
Astrid

Augusthimmel hat gesagt…

Wir haben unsere Schreibübung des Tages schon hinter uns. Glücklicherweise! Mein Sohn geht jetzt in die 2. Klasse und seine Lehrerin meint "So lange man alles lesen kann, ist es in Ordnung.".
Das sehe ich etwas anders und so üben wir zu Hause, worauf in der Schule kein Wert mehr gelegt wird. Nein, er ist nicht immer begeistert davon. Aber ich hoffe, dass er eines Tages den Wert einer schönen Handschrift zu schätzen weiß.
LG, Kirstin

frau nahtlust hat gesagt…

Oja, ein Hoch auf die Hanschrift und die wunderbaren "Post"-Aktionen, die es so gibt. Und wirklich: ES geht doch nichts über eine von Hand geschriebene Karte - egal, wie diese auch gestaltet sein mag, aber allein schon, dass man sich die Zeit nimmt üfr ein paar Zeilen und diese nicht nur mal schnell mit der Elektronischen Post schickt... Hach. Herzenswärme tut sich da auf!
LG. Susanne

jahreszeitenbriefe hat gesagt…

Ein wunderbarer Post, der gerade auf weit offene Ohren bei mir trifft. Meine Handschrift mochte ich früher, gern, die ganzen Sommerferien lang haben wir Freundinnen uns Briefe geschrieben und die neusten Ereignisse ausgetauscht, muss direkt mal schauen, ob ich noch was habe... Je mehr und schneller ich im Studium und im Beruf schreiben musste, desto mehr verschlechterte sich meine Handschrift. Manches kann ich echt heute nicht mehr lesen..., schlimm. Ich hatte immer zwei bis drei Schriften, eine kursive Gutelauneschrift, eine aufrechte selbstbewusste und eine Schlechtelauneschrift... Seit Anfang des Jahres habe ich meinen Füllfederhalter reaktiviert und probiere mich im Schreiben mit der Hand. Gedichte abschreiben mache ich gerne... Aber ich merke, die frühere Flüssigkeit ist noch nicht wieder da... Also Postkarten schreiben. G. Trillhase lebte mal eine Weile hier in der Nähe am Scharmützelsee, Ginkgoblätter und ihre Minispiegelchen in Leder gerahmt habe ich damals verschenkt... Nun bestelle ich mir eine Clubkarte, sogleich! Lieben Gruß Ghislana

swig hat gesagt…

toll!
liebe Grüße!

textilegeschichten.net hat gesagt…

Vielen Dank für diesen Appell, da hat man wirklich gleich Lust, seinen schönen Stift und und das glatte Papier herauszusuchen. Bei mir klappt es mit dem Schönschreiben wirklich nur mit bestimmten Stiften und Papieren, ohne dass ich weiß, warum.
Der Einblick in die Familiengeschichte über die Schrift zeigt auch, wie persönlich Schrift ist, fast privater als ein Foto.
Die Mischung von Sütterlin, Kurrent und Latein mag ich auch, sieht in der Felpost eines Großonkels aus wie Arabisch, und man muss den INhalt wie ein Geheimnis mühsam entziffern.
Dieser Brief auf der Postkarte ist auch eine gute Idee, Danke!
So, nun hoffe ich mal, wie lange es dauert, bis dieser Kommentar durchkommt. Bei den Stoffmitspielerinnen verzweifle ich gerade. Bei Martina ging es, bei Frifris und Nahtzugabe nicht. Woran das liegt, weiß ich nicht.

textilegeschichten.net hat gesagt…

Hat diesmal super geklappt! Ob das Zufallshindernisse von google sind?
LG S

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