Stoffspielerei Juni - Knöpfe aus Glas


Zu diesem Thema hat frifris eingeladen und jeder, der sich ein wenig mit Textilem beschäftig, kommt an Knöpfen nicht vorbei, auch wenn Klett und Reißverschluss ein Großteil heutiger Garderobe beherrschen.

Es gibt so wundervolle Knöpfe und viele von uns haben sich mit Omas Knopfkiste herrlich die Zeit vertrieben als Kinder. Aus allen erdenklichen Materialen gibt es diese, von Knochen bis zum Edelstein.
Als Kind war ich fasziniert beim ersten Besuch des Dresdner Grünen Gewölbes von mehreren Knopfgarnituren aus Diamanten und Edelsteinen, die sich August der Starke hat machen lassen. Hier die Smaragdgarnitur, von der man nur einige Knöpfe sieht , die Pracht war im Orignal unbeschreiblich!!!Diese grünen Knöpfe wurden zu einer Hochzeit auf weißem Samt getragen. Der ganze Satz, mehrere Dutzend (!), hingen damals in großen Rahmen. Es lohnt sich die Texte auf den Seiten zu lesen. Es gibt noch eine Rubin-, und eine Saphirgarnitur, von der hier nur drei Hemdenknöpfe zu sehen sind.

Kragenknopf (Saphirgarnitur)
(entnommen der Seite der Staaatlichen Kunstsammlungen Dresden, online-.Kollektion, Datenbank Daphne).

Da ich mich schon mal im Rahmen der Stoffspielerei bereits hier intensiv mit Zwirnknöpfen beschäftigt habe,


gibt es heute einen historischen Ausflug zu Glasknöpfen. Liegt einfch nahe, wenn man selber mit Glas ar- beitet.
Als die Stoffdrucke noch nicht so vielfältig und intensiv farbig waren, war der Knopf oft das Besondere am Kleidungsstück. Gerade bei feinen Kleidungstücken wie Blusen und Kleidern, gab es Anfang des letzten Jahrhunderts Glasknöpfe. Die technische Möglichkeit des Druckglases - eine Art Presse- ermöglichte Knöpfe in diesem Material in großer Auflage zu produzieren. Hier ein interessanter Artikel aus Glashochburg Gablonz.



Ein paar Glasknöpfe besitze ich natürlich auch, diese Einzelstücke sind schon kleine Sammelobjekte..

Oftmals werden schwarze Glasknöpfe als Jetknöpfe bezeichnet und teuer gehandelt. Aber echte Jetknöpfe sind inzwischen sehr sehr selten. Sie sind mit Erdharz getränkte Braunkohle, tiefschwarz, sehr leicht und vielleicht ein wenig vergleichbar mit Bernstein .
 
 Auch Glasschliffknöpfe gab es, die untere Reihe aus transparentem Glas ist in dieser Art entstanden und weit wertvoller als Druckglas, weil jeder Knopf einzeln gearbeitet wird. Von dem roten Knopf gibt es nur den einen, den liebe ich aber sehr, weil er in sich mehrfarbig ist.


Leider hat unser Leben, in dem alles und jedes häufig in der Maschine gewaschen wir, den Glasknopf fast vollständig verträngt.

Dafür entdecken andere Metiers  diese Knöpfe für sich. Schmuck aus Knöpfen ist vielen von uns schon mal begegnet.Metall und Permuttknöpfe sind dafür prädestieniert. Aber die  Berliner Goldschmiedin Ute Scholl, verarbeitet alte und seltene Exemplare von Glasknöpfen zu zauberhaften Ohrringen. Textil-ART-Besucher konnten sie und viele ihre Stücke voriges Jahr live sehen und wie ich im 2015er Programm sah, ist sie auch dieses Mal wieder vertreten.

Ich denke die Bedeutung des Knopfes an sich hat nachgelassen, weil die Hop-und-weg-Mentalität leider noch ziemlich stark vertreten ist  Meine Mama  weiß noch zu berichten, dass sie sich in den 60ern jedes Jahr für ihre Mäntel drei große neue Knöpfe gekauft hat und damit neu angezogen war. Besondere Knöpfe fallen mir heute nur an selbstgemachter Kleidung und Dirndln auf, dabei gibt es so tolle Exemplare. Als ich noch in der Industrie gearbeitet habe, war ich immer scharf drauf dabei zu sein, wenn der Knopfvertreter kam. Aber an dieser Zutat wird in der Produktion dann leider zuerst gespart.

Noch nie war ich  in einem Knopfmuseum
jetzt weiß ich, es gibt eines in Thüringen in Schmölln
eins in Schwaben in Warthausen
und eines in Bärnau

Kennt jemand noch andere?

Passionierte Knopfsammler wissen da sicher mehr. In einigen Ländern gibt es sogar eigene Clubs.
In der Schweiz seit 1987
Von  Großbritanninen weiß ich auch, kann euch aber keinen link bieten.

Und wer kennt das Märchen, in dem jemand mit Knöpfen bezahlt wird?

Bei frifris könnt ihr sehen, wer noch mit Knöpfen gespielt hat. Vielen Dank für das Thema und Sammeln der Teilnehmer..

Kommentare:

Königinnenreich hat gesagt…

Liebe Karen, das war aber eine interessante Reise in die Geschichte des Glasknopfes! Dein rotes Einzelstück gefällt mir auch sehr gut! Ich erinnere mich noch gut an die hübschen Knöpfe meiner Kinderdirdl aus Westpaketen. Heute verwenden häufig Strickerinnen schicke Knöpfe für ihre Werke.
Zu deiner Frage nach Knopfmuseen habe ich noch einen kleinen Geheimtipp: Als ich vor Jahren mit meinem Mann an der Ostsee war, haben wir in Wismar in einem ganz romantischen kleinen Hotel übernachtet. Die Inhaberin hat jedes Zimmer ganz individuell gestaltet und z.B. jeden der aufwändigen Quilts selber genäht. Unten im Haus betreibt sie neben einem zauberhaften Café ein privates Knopfmuseum. Hier mal der Link zum Hotel: http://www.hotel-reingard.de/de/hotel-cafe-reingard/

Viele liebe Grüße!
Regina

naehzimmerplaudereien hat gesagt…

Danke fürs Zeigen der schönen Knöpfe. Und ja, dein kleiner roter Knopf ist ein kleiner Schatz. Ich erinnere mich auch noch, wie ich die Knopfkiste meiner Mutter mindestena wöchentlich durchwühlte und immer wieder entdeckte man neue Exemplare! Und Glasknöpfe waren mir bisher nicht so präsent, wahrscheinlich waren die in unserer Gegend (im Süden Deutschlands) nicht so beheimatet.
Liebe Grüße
Ines

Einklang-Katrin hat gesagt…

Ach Knöpfe...die Knopfkiste meiner Mutter war ein wahres Schatzkästchen für mich. Ewig konnte ich damit Bilder und Muster legen. Dann habe ich den Knopfschatz der Schwiederoma geerbt und leider, da ich da noch keine Hemden nähte, alle Perlmuttknöpfe verschenkt...
Mein Mann schneidet inzwischen wieder die Knöpfe an verschlissenen Hemden ab, aber leider sind das ja oft nur noch Kunststoffknöpfe...

Liebe Grüße

Astrid Ka hat gesagt…

Danke für diesen schönen Post!
Astrid
die selber gerne Knöpfe hortet & sammelt, von Kindesbeinen an

textilegeschichten.net hat gesagt…

Wie immer finde ich deine historischen Ausflüge so spannend und schön, Danke! Hatte ich mich also richtig erinnert, dass du schon einmal die Zwirnknöpfe gezeigt hast. Das würde ich auch so gern können, aber ich fürchte, bin irgendwie zu schlurig, habe ich wieder gemerkt.
Und die Knopfmuseen-Sammlung, toll. Das Märchen kenne ich nicht? Bei Lucy wurde ja auch schon klar, dass sich sehr sehr viel um Knöpfe dreht, historisch und in Geschichten.
Ich habe eine Kette aus Vulkanit, das war ja damals eine Art Jet-Ersatz, aber da weißt du sicher mehr als ich.

kaze hat gesagt…

@ Regina

Ganz herlichen Dank für diesen Geheimtipp. Den werde ich auf alles Fälle nutzen.

123-Nadelei hat gesagt…

Hatte ich gerade noch die Illusion, bei meiner Knopfkiste handelt es sich um eine Schatzkiste da zeigst Du mir echte Schätze. Ich ahnte schon, dass es bei Dir etwas Besonderes aus Glas zu sehen gibt. Ich gestehe, dass ich mich mit solchen Besonderheiten des Materials bisher nicht beschäftigt habe und meine Knopfauswahl sich eher auf Größe, Anzahl, Farbe und Gestaltung beschrankte. Ich werde mir meine schwarzen Knöpfe mal näher ansehen, man weiß ja nie ...
LG Ute

griselda hat gesagt…

Oh ja, die (groß-) elterlichen Knppfkisten....
Meine Oma ihat immer die Knöpfe von ausgemusterten Kleidungsstücken gesammelt- fein säuberlich auf eine Schnur aufgereiht. Das fand ich immer sehr seltsam und spielen konnte man mit den Bündeln auch nicht.....
Da hattest du es wohl besser.

Ich gestehe: Ich mag Knöpfe nicht.
Und zwar überhaupt nicht.
Die letzten Wochen hab ich immer mal wieder darüber nachgedacht warum. Meine Nähmaschine kann keine wirklich schönen Knopflöcher nähen, da habe ich immer versucht das zu umgehen. Ich habe deshalb nie ein Verhältnis zu Knöpfen und einen Sinn dafür entwickeln können. Früher waren die Knopfvorlagen der Handelsvertreter immer ein Straftermin, wenn die keine Gürtelschnallen dabei gehabt hätten wäre ich vermutlich eingeschlafen.
Ich kann dir gar nicht sagen, wann ich das letzte mal Knöpfe eingeplant habe- das war wohl an einer Jacke vor längerer Zeit.
Deshalb habe ich deine Zwirnknöpfe noch in Erinnerung- das war so haptisch und eher ein Schmuck- das einzige was ich letzten Jahren im Knopfbereich schön fand......

Elke hat gesagt…

Hallo aus dem hohen Norden,

Knopf Paul in Berlin Kreuzberg.

Liebe Grüße
Elke

mano hat gesagt…

mit diesem beitrag hast du mir eine große freude gemacht! als kind war die knopfkiste meiner oma mein lieblingsspielzeug (wir hatten auch kaum anderes!!) und noch heute finde ich es wunderbar auf dem flohmart in schachteln mit knöpfen zu wühlen. ich habe auch einige knopfschätze - von den jetknöpfen hatte ich bisher noch nie gehört. danach werde ich mal suchen...
liebe grüße von mano

mme ulma hat gesagt…

welche wunderbare exemplare! ich habe gerade letztes jahr dosenweise knöpfe von meiner oma geerbt. glasknöpfe hab ich keine gesichtet; meine lieblinge darunter sind die perlmuttexemplare.

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