Stoffspielerei- Knöpfe

Meine Stoffspielerei beschränkt sich im Febraur auf den Faden selbst. Im Januar habe ich die Löcher versucht netzartig zu füllen und habe mich dabei an die herrlichen Stoff- bzw. Fadenknöpfe erinnert, die mir während der Studentenzeit das erste Mal an alten Wäschestücken beim Trödler aufgefallen waren. Davon besitze ich noch zwei weiße Exemplare, gut gehütet, nie verabeitet. Vor einigen Jahren schenkte mir eine Freundin von einer Reise schwarz-weisse neu hergestellte Knöpfe. Großes Staunen, hatte ich doch gedacht, dass es diese Teile nur noch als Antiquität gibt. Ich habe keine Ahnung wo sie sie entdeckt hat. In der Machart sind sie auch verschieden. Der alte Knopf ist filgraner und aufwendiger. Wie das industriell funktioniert oder ob fast in Hand-oder Heimarbeit -  ich habe keine Ahnung.



Seidem ich diese Knöpfe das erste Mal gesehen hatte, wollte ich so etwas mal nachempfinden. Nun war die Zeit reif. Als festen Bestandteil suchte ich mir Ringe verschiedenen Größen: Gürtelschnallen, Ringe von alten Taschen, von BHs, Schlüsselringe, Unterlegscheiben aus dem Werkzeugkasten. - man findet schnell etwas zusammen, wenn auch nicht immer in optimaler Größe. Fast hätte ich einen Bikini auseinander geschnitten, weil mir die Größe so wunderbar erschien. Zum Größenvergleich liegt eine Centmünze dabei.



Als Faden habe ich mit Filetäkelgarn, Sockenwolle, Stickgarn und feinem BW-Garn zum Behäkeln von Taschentüchern probiert.



Verschiedene Varianten habe ich für meine Versuche gewählt. Der Ring sollte natürlich immer verdeckt sein, so wurde er wahlweise umwickelt oder umhäkelt. Danach viele Fäden pur gespannt wie beim dem kleinen blauen Knopf oder eher wenige, die dann kreisförmig umwoben wurden. Es gab mal in den 60igern Bastschalen und Untersetzer, die so ähnlich entstanden sein müssen. In alten Bastelbüchern gibt es dafür Anleitungen.



Mit verschieden Garnen und Webtechniken kann man erstaunliche Effekte erzielen und ich kann mir vorstellen, dass man sich zu einer gestrickten Jacke die passenden Knöpfe macht. Inwieweit Knöpfe mit Metallkern die Wäschen aushalten, müßte man testen. Ich frage mich natürlich was ursprüngelich in den uralten weissen Knöpfen als Ring verwandt wurde.
Einen von den zweien aus dem Fundus für diese Neugier zu zerstören, habe ich nicht übers Herz gebracht. Vielleicht weiß es jemand.


Womit die anderen gespielt haben sammelt diesen Sonntag frifris. Ich freue mich auf den Rundgang.

Nachtrag: nach einigem Suchen habe ich eine  Firma gefunden, die diese Knöpfe in weiss noch heute herstellt.  Antiqitäten Braunkötter . Allerlei anderes über historische Wäsche birgt die Seite, eine wahre Fundgrube und bestätigt schon die Antworten von euch, die Ringe sind aus Alu.

Kommentare:

Flottelottablau hat gesagt…

Ich bin ganz begeistert...das sind ja alles kleine Kunstwerke geworden! Die Firma LAVENDELS benutzt für Ihre Bettwäsche auch solche Knöpfe, die man dort auch kaufen kann. Die Bettwäsche kann ich auch sehr empfehlen! LG Lotta.

griselda hat gesagt…

Bei alter Bettwäsche mit abgeschabten Knöpfen habe ich gesehen, dass da vermutlich Aluringe drin sind. Und klar, da die Knöpfe ja waschbar sein müssen kommt nichts rostendes in Frage.

Spannend, was du an verschiedenen Mustern ausprobiert hast. Die mit dem Farbverlaufgarn sind richtig dekorativ, aber die Struktur kommt natürlich bei den einfarbigen Fäden besser heraus.
Umhäkelt geht wahrscheinlich schneller oder? Da muss man das nicht immer durch den Ring ziehen.

frifris hat gesagt…

Oh, das ist eine wunderbare Idee, und sofort muss ich an die Verwendung bei Strickjacken denken - dafür ist sowas einfach perfekt.
Bei der Menge an Plastik die kursiert gibt es da bestimmt irgendwo geeignete Plastikringe (da muss ich an Lucy denken, die mal stoffbezogene Knöpfe aus Plastikdeckeln hergestellt hat.).

Ein tolles Projekt. Ich kannte solche Knöpfe bislang gar nicht.

Da könnte man sicherlich einige Makramee-Knotentechniken ausprobieren um andere Effekte zu bekommen.
Sehr stylisch!

Liebe Grüße, frifris

Mond hat gesagt…

Ich staune. Solche Knöpfe kannte ich gar nicht. Ein wunderbares Experiment.

Liebe Grüße,
Mond

suschna hat gesagt…

Oh wie wunderschön! So eine tolle Weiterentwicklung. An die Bastuntersetzer kann ich mich auch noch erinnern.
Solche weißen Wäschknöpfe wie von früher habe ich mal bei Manufaktum gekauft. Ich muss gucken, was da drin ist.
Kleine Plastikringe habe ich jede Menge auf dem Maybachmarkt hier in Berlin gefunden, da gibt es alles mögliche von dem man erst noch gar nicht so richtig weiß, was man damit mal will.
Vielen Dank für dieses Experiment, das sehr zum Mitmachen inspiriert.

Tally hat gesagt…

Mich erinnern deine Knöpfe an etwas. Du erwähntest die Bastschalen aus den 60igern. Mag sein, aber irgendwelche Gehirnwindungen flüstern von mehr. Falls ich drauf komme, melde ich mich bei dir.

Dieser blaue mit dem schwarzen Inneren inspiriert mich sehr. Ein echtes textiles Mini-Kunstwerk, dass nach Variationen ruft.

Hoffentlich ist dein Knie gut geworden und du kannst dich wieder munterer im Leben bewegen.

Herzliche Grüße
Tally

Mirella hat gesagt…

Zu deinen Knöpfen fallen mir spontan auch die Traumfänger ein, die haben ja meistens auch so einen Ring und sind dann unterschiedlich bespannt. Hier gibt es auch ein Sockenmuster http://sockenland.wordpress.com/2013/02/15/bunter-traum/, in welchem ein umwickelter Ring eine Rolle spielt. Ich selbst werde es bestimmt mal bei einer Strickjacke umsetzen. Danke fürs Zeigen.
LG Mirella

Judika hat gesagt…

Bezaubernde Knöpfe hast Du geschaffen.
Ich kenne solche Knöpfe aus der Aussteuerwäsche meiner Mutter, die Knöpfe hatten innen drin einen silbernen (Alu)-Ring, auf jeden Fall ein rostfreies und hitzebeständiges Material, da früher Bettwäsche gemangelt wurde. Ich vermute, dass diese Knöpfe früher wirklich mit dünnem Baumwollgarn selbst hergestellt wurden, bei den "Paradekissen" für meine Mutter hatte Oma die Spitzeneinsätze auch selber gehäkelt. Das Wort "Parade"-Kissen ist wörtlich zu nehmen, es wurde nicht darauf geschlafen, sondern es lag zur Zierde auf der Bettdecke, wie mein erster Sohn geboren war bekam ich eines von den Kissen als Decke für die Wiege. Werde mich sobald ich wieder gängiger bin auf die Suche danach machen.

Herzliche Grüße und gute Besserung für Dich
Judika

kaze hat gesagt…


Habt Dank für die Wünsche und jetzt weiß ich also genau, der Ring ist aus ALU.

@GRISELDA
Umwickeln klaptte besser, beim Häkeln hat man ja dann so feste kannte, die schnell veristcht und dann sieht das ganz schief aus. bei einem Knopf habe ich es nach innen gezigen und mit stegen
verbunden, aber das ist dann wellig, weil zu viel Strecke für einen kleineren umfang.
Je dünner das Garn, umso aufwendiger ist der Knopf.

@ Judika
Da hast Du mir doch noch ein verlorenes Wort geschenkt - Paradekissen. Danke

Lucy in the Sky hat gesagt…

An Knöpfe für Strickjacken musste ich auch sofort denken, das ist eine tolle Idee mit unzähligen Möglichkeiten! Würde man dann beim Annähen durch die Mitte durchstechen, oder wie macht man das wohl am besten? In meiner Knopfkiste ist zwar auch ein Zwirnknopf, aber angenäht sind sie mir noch nirgends begegnet.

viele Grüße! Lucy

kaze hat gesagt…

@lucy
ja, ich denk mit dem selben Garn bzw in der gleichen Farbe durch die Mitte.Bei weißer Wäsche war es eben immer weiss.An neuerlicher Garderobe habe ich es noch nicht gesehen, aber wie flottelotteblau schon berichtet, wird es auch heute bei Bettwäsche verwandt.

KunstundKleider hat gesagt…

Wie schön + wieviel Arbeit in so einem Knopf steckt. Da kann ich gut verstehen, dass du diese Schätzchen hütest. Aber die Idee ist zweifellos sehr charmant und dank deinem Post habe ich auch nun eine Vorstellung davon, wie man sowas macht.

mano hat gesagt…

selbstgemachte knöpfe - toll! dein link ist ja eine wirkliche fundgrube. ich liebe altes leinen!
lg, grüße, mano

MaLou (ohne Blog) hat gesagt…

Hallo! Ich finde Deine Knöpfe wunderschön! Geniale Idee, sie einfach selbst zu machen. Ich bin eine "heimliche Beobachterin" der Stoffspielereien und bin jedesmal total begeistert von soviel Kreativität und Inspiration. Es gibt übrigens in Österreich noch eine Zwirnknopfmacherin, bei ihr gibt es sowohl maschinell hergestellte als auch handgefertigte Knöpfe. Hier der link: http://www.knoepfe.co.at/

Liebe Grüße
MaLou

kaze hat gesagt…

@ Malou
besten Dank für den Link. Dafür liebe ich das Bloggen, es ist schön wei sich infos zu Themen bündeln lassen von Gleichgesinnten.
VG

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